Klinische Studien
Klinische Studien
Gliome
Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Glioblastom, bei denen die Krankheit erstmals fortschreitet, mit Lomustin und Bestrahlung oder Lomustin ohne Bestrahlung - eine randomisierte Phase-III-Studie (LEGATO)
Randomisierte Phase III-Studie
EudratCT-Number: 2023-505267-36-00
Prüfärzte: L. von Baumgarten (PI), V. Stöcklein (SI)
Zusammenfassung der Studie
Es gibt verschiedene Arten von Hirntumoren, unter anderem das Glioblastom. Wenn man an einem Glioblastom erkrankt, erfolgt normalerweise eine Operation, eine Strahlentherapie des Gehirns und/oder eine Therapie mit Medikamenten. Es kommt sehr häufig vor, dass es nach der ersten Behandlung eines Glioblastoms zu einem Rückfall (Rezidiv) kommt. Das bedeutet, dass der Tumor wieder zu wachsen beginnt. Weltweit werden Personen mit einem Glioblastom-Rückfall am häufigsten mit der Substanz Lomustin behandelt, einem Chemotherapeutikum. Manchmal werden die betroffenen Personen zusätzlich auch ein zweites Mal bestrahlt. Bis heute weiss man aber nicht, ob die Kombination von Lomustin und Bestrahlung besser wirkt als eine Behandlung mit Lomustin allein. Wir untersuchen daher in dieser Studie, ob die Kombination von Lomustin und Strahlentherapie im Allgemeinen sicher ist und besser bei einem Glioblastom-Rückfall wirkt als Lomustin allein.
Untersuchte Intervention
Um herauszufinden, ob und wie die Kombination von Lomustin und Strahlentherapie wirkt, werden die Teilnehmenden der Studie zufällig in zwei Gruppen eingeteilt:
• Personen in der Gruppe 1 (Standardbehandlung) erhalten eine Chemotherapie mit Lomustin.
• Personen in der Gruppe 2 (experimentelle Behandlung) erhalten eine Chemotherapie mit Lomustin und zusätzlich eine Strahlentherapie.
Alle Teilnehmenden nehmen alle sechs Wochen Lomustin in Form einer Tablette ein. Jeder Sechs-Wochen-Zeitraum wird als «Zyklus» bezeichnet. Lomustin wird so lange alle sechs Wochen eingenommen, bis es nicht mehr wirkt oder zu starke Nebenwirkungen verursacht. Die Teilnehmenden in der Gruppe 2 (experimentelle Behandlung) erhalten zusätzlich an 10 Tagen eine Bestrahlung im Bereich des Tumors. Die Bestrahlungen erfolgen in den ersten beiden Wochen des ersten Zyklus an je fünf Tagen pro Woche.
NOA-30/PerSurge-Studie (klinische und translationale kontrollierte Studie zur perioperativen Perampanel-Behandlung von Patientinnen/Patienten mit progressivem Glioblastom)
Phase II-Studie
EudratCT-Number: 2023-503938-52-00
Prüfärzte: L. von Baumgarten (PI), D. Kalasauskas (SI), V. Stöcklein (SI)
Allgemeinverständliche Kurzbeschreibung
In der PerSurge-Studie soll mit Perampanel ein neuartiges Therapieprinzip gegen wiederkehrende Glioblastome getestet werden. Patient*innen erhalten vor und nach einer ohnehin notwendigen Rezidiv-Operation das Medikament oder ein Placebo.
Es wird untersucht, ob die Perampanel-Behandlung nachweisbare Effekte auf die Tumorzell-Netzwerke im entfernten Gewebe hat. Weiterhin wird geprüft, ob das bildgebende Tumorwachstum während der Studienzeit durch das Medikament hemmbar ist. Ziel ist es damit die Prognose und Lebensqualität von Glioblastom-Patienten zu verbessern.
Einschlusskriterien (Auszug)
- Histologisch gesichertes Glioblastom mit Progress oder Rezidiv nach 1 oder 2 vorausgegangenen Therapielinien, einschließlich einer Radiotherapie und medikamentöser Behandlung (Temozolomid, Lomustin und/oder andere) oder vorheriger Studienteilnahme; mindestens > 3 Monate nach Abschluss der Radiotherapie; eine Therapie des Rezidivs wurde noch nicht begonnen.
- Indikation zur chirurgischen Resektion von progredientem oder rezidiviertem Tumorgewebe.
- Es wird erwartet, dass eine ausreichende Menge resezierten Tumorgewebes (mindestens 0,5 cm³) für studienspezifische molekulare, morphologische, funktionelle Analysen sowie zur Bestimmung des Perampanel-Spiegels zur Verfügung steht.
- Tumorprogress gemäß RANO-Kriterien.
- Alter: ≥ 18 Jahre.
- Karnofsky-Performance-Status (KPS) ≥ 60 %
Ausschlusskriterien (Auszug)
- Teilnahme an anderen laufenden interventionellen klinischen Studien.
- Unfähigkeit, eine kontrastmittelgestützte MRT-Untersuchung durchführen zu lassen.
- Unfähigkeit, sich einer Operation zu unterziehen (z. B. aufgrund der Notwendigkeit einer kontinuierlichen Antikoagulation, bekannter Blutungsstörungen, Thrombozytopenie < 50/nl oder vorbestehender Wundheilungsstörungen).
- Nach Einschätzung des lokalen Prüfers ist ein sicheres Abwarten von 4–5 Wochen bis zur chirurgischen Resektion nicht möglich, da Wachstumsdynamik, Konfiguration oder Lokalisation des Hirntumors oder das Auftreten von Komplikationen eine sofortige oder frühere operative Intervention erfordern, um den Patienten vor Schaden zu bewahren (z. B. durch Herniation, andere Notfallsituationen oder hirnorganische Schäden infolge des Tumormasseneffekts).
- Jegliche fortgesetzte oder geplante Standard- oder experimentelle Tumortherapie außer der Resektion, einschließlich antiangiogener Therapien (z. B. Bevacizumab), sowie zusätzliche lokale Therapien neben der geplanten Resektion, einschließlich BCNU-Wafern, lokoregionaler Hyperthermie, Bestrahlung des Tumorbetts und photodynamischer Therapie.
- Der Tumor weist eine bekannte Mutation im IDH1- oder IDH2-Gen auf.
- Schwere oder klinisch relevante pathologische Laborwerte (≥ Grad 3 gemäß Common Terminology Criteria for Adverse Events, CTCAE v5.0 [36]) im Bereich Hämatologie (Hämoglobin, Leukozyten, Neutrophile oder Thrombozyten), Leberfunktion (Serumbilirubin, ALT oder AST) oder Nierenfunktion (Serumkreatinin).
- Bekannte aktive Tuberkulose; HIV-Infektion oder aktive Hepatitis-B- (HBV) oder Hepatitis-C- (HCV)-Infektion; oder aktive Infektionen, die eine orale oder intravenöse antibiotische Therapie erfordern oder eine schwere Erkrankung verursachen können und ein erhebliches Risiko für Laborpersonal bei der Arbeit mit Blut- oder Gewebeproben darstellen (z. B. Tollwut).
- Jegliche vorausgegangene Behandlung mit Perampanel.
- Vorliegende Erkrankungen wie Psychosen, Aggressivität oder suizidale Gedanken, die nach Einschätzung des lokalen Prüfers eine Behandlung mit Perampanel nicht zulassen.
- Gleichzeitige Einnahme enzyminduzierender Antiepileptika (EIAEDs: Carbamazepin, Eslicarbazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Rufinamid).
- Einnahme von Steroiden in einer Dosierung von mehr als 4 mg Dexamethason (oder äquivalente Dosis) in der letzten Woche oder eine absehbare Indikation hierfür in naher Zukunft.
Meningeom
[¹⁷⁷Lu]Lu-DOTATATE bei rezidivierendem Meningeom
Randomisierte Phase II-Studie
EudratCT-Number: 2024-513443-93
Prüfärzte: L. von Baumgarten (PI), N. Albert (SI), T. Greve (SI)