DQIP-Studie

DQIP - Data-driven Quality Improvement in Primary Care

Das vom Chief Scientist Office (The Scottish Government) geförderte Forschungsprogramm entwickelte und evaluierte eine Intervention zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in der ambulanten Versorgung. In einem ersten Schritt wurden Indikatoren zur Identifikation von „Hochrisikoverordnungen“ in einem Konsensverfahren entwickelt, die dann in einem web-basierten IT-Tool implementiert wurden. 

Das Tool ermöglicht Hausarztpraxen, Patienten mit Hochrisikoverordnungen von Antithrombotika (z. B. ASS, Phenprocoumon) und/oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR, wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko von unerwünschten Arzneimittelwirkungen haben (gastrointestinale Blutungen, akutes Nierenversagen, Herzinsuffizienz). Zusätzlich umfasste die DQIP-Intervention noch einen „Educational outreach visit (EOV)“, d.h. eine einstündige von einem Apotheker durchgeführte Fortbildungsveranstaltung in Hausarztpraxen, sowie finanzielle Anreize für Hausärzte (20 € pro vom Hausarzt durchgeführter Medikationsanalyse eines Patienten mit Hochrisikoverordnung, der durch das IT-tool identifiziert wurde). Die Intervention wurde in einer cluster-randomisierten Studie in 34 Hausarztpraxen evaluiert und die Ergebnisse wurden 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.