Inhalt
Das Bobath-Konzept wurde von den Eheleuten Bobath
erarbeitet und kontinuierlich weiterentwickelt. Gemeinsam beobachteten sie,
dass spezifische Bewegungen und Positionierungen den Muskeltonus bei Spastiken
senken und somit Bewegungen ermöglichen konnten. Basierend auf diesen
empirischen Beobachtungen entwickelten sie ein therapeutisches Konzept.
Dieses zielt darauf ab, die Bewegungsfähigkeit
und das Potenzial von Menschen mit neurologischen Störungen zu optimieren. Es
richtet sich an Personen mit zerebralen Bewegungsstörungen und wird auch bei
anderen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen angewendet, wie etwa
Schlaganfall, Multiple Sklerose und Schädel-Hirn-Trauma.
Wichtige Prinzipien des Konzepts beinhalten die
Förderung der Haltungskontrolle, die Verbesserung der Körperwahrnehmung und
die Orientierung an normalen Bewegungsmustern. Die Therapie erfordert eine
multidisziplinäre Herangehensweise und kontinuierliche Anpassung der
Behandlungsstrategien basierend auf den individuellen Reaktionen der Patienten.
Ein zentraler Aspekt ist die Neuroplastizität, die Fähigkeit des Gehirns,
sich lebenslang neu zu organisieren und an veränderte Bedingungen anzupassen.
Autorin: Christine Keller, M.A. Systemische Beratung, Krankenschwester, Lehrerin für
Pflegeberufe, Qualitätsberaterin für Einrichtungen im Gesundheitswesen, Pain
Nurse, systemische Beraterin, selbstständige Fachbuchautorin, Dozentin und
Trainerin
Lernziele
Wenn Sie diese Fortbildungseinheit gelesen haben,
...
- können Sie die grundlegenden Prinzipien und Ziele
des Bobath-Konzepts erklären.
- können Sie den Begriff Neuroplastizitäter-
klären und insbesondere mit Bewegung in Zusammenhang bringen.
- können Sie Muskeltonus, Muskelhypo-und-hypertonie
definieren und die 3 Faktoren erläutern, die Einfluss auf den Muskeltonus
haben.
- wissen Sie, was Schlüsselpunkte sind und welche
Bedeutung sie im Bobath-Konzept haben.
- können Sie die Beobachtungsschwerpunkte bei der
Aufnahme von Patienten nennen.
STICHWÖRTER
Bobath-Konzept, Haltungskontrolle, posturale
Kontrolle, Propriozeption, Neuroplastizität, Muskeltonus, Schlüsselpunkte