Erste Patienten am LMU Klinikum mit neuem Antikörpermedikament gegen Alzheimer behandelt
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste neurodegenerative Demenzursache und stellt Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen. Mit den kürzlich zugelassenen Antikörpertherapien steht erstmals eine Behandlung zur Verfügung, die direkt in die zu Grunde liegenden Entstehungsmechanismen der Erkrankung eingreift.
Amyloid-Antikörper richten sich gezielt gegen die krankheitsverursachenden Amyloid-Ablagerungen im Gehirn, die als zentraler Faktor in der Entstehung der Alzheimer-Krankheit gelten. Der Abbau dieser Ablagerungen kann bei ausgewählten Patienten und Patientinnen in frühen Krankheitsstadien zu einer Verlangsamung der Erkrankung und damit einer Verlangsamung des kognitiven Funktionsverlustes führen.
Voraussetzung für die Therapie ist neben einer durch den Amyloidnachweis bestätigten Alzheimer-Erkrankung eine umfassende Diagnostik einschließlich neuropsychologischer Testverfahren sowie bildgebender und genetischer Diagnostik.
Die Behandlung erfolgt im Rahmen eines strukturierten Therapiekonzepts mit enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Neurologie, Psychiatrie, Neuroradiologie/Radiologie und Nuklearmedizin. Dazu gehören eine umfassende Aufklärung, regelmäßige klinische Kontrollen sowie bildgebende Verlaufsuntersuchungen. Die Therapie wird ausschließlich bei sorgfältig ausgewählten Patienten durchgeführt und orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie nationalen und internationalen Leitlinien.
Statements aus den Fachbereichen
„Erstmals steht uns eine krankheitsmodifizierende Behandlung zur Verfügung, die gezielt in die zugrundeliegenden Prozesse der Alzheimer-Krankheit eingreift. Voraussetzung ist eine sorgfältige und frühzeitige Diagnostik, um geeignete Patientinnen und Patienten zu identifizieren. Als universitäres Zentrum verbinden wir klinische Expertise, moderne Biomarker-Diagnostik und strukturierte Verlaufskontrollen, um auf Basis des aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstands eine verantwortungsvolle Anwendung dieser innovativen Therapien zu gewährleisten.“
„Wir sind froh, dass für unsere Patienten endlich - wenn auch in begrenztem Umfang - der Zugang zu den neuen Therapien ermöglicht wird. Die medizinischen Kriterien für diese Therapie sind streng geregelt und der Aufwand dieser komplexen Infusionstherapie ist erheblich. Für die in Frage kommenden Patienten können wir damit einen weiteren Therapiebaustein für die frühe Alzheimer-Krankheit auf universitärem Niveau anbieten.“
„Aus Sicht der psychiatrischen Klinik stellt die erstmalige Anwendung einer Therapie mit Amyloid-Antikörpern einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Behandlung von Personen mit der Alzheimer Erkrankung dar. Besonders wertvoll ist dabei der enge interdisziplinäre Austausch zwischen den Fachbereichen Neurologie, Nuklearmedizin, Psychiatrie und Radiologie, der eine optimalen Betreuung der Patientinnen und Patienten gewährleistet.“
Mit der Einführung dieser Therapie erweitert das LMU Klinikum sein Leistungsspektrum im Bereich der neurodegenerativen Krankheiten und unterstreicht seinen Anspruch, moderne und evidenzbasierte Medizin auf höchstem Niveau anzubieten. Gleichzeitig leistet das Klinikum einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der regionalen Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankungen.