Das Wechselspiel ist Ausdruck einer evolutionär konservierten Notfallstrategie, der sogenannten Immunthrombose. Diese ist für die Abwehr von Infektionen durch den Wirt entscheidend, indem sie das Eindringen und die Ausbreitung von Krankheitserregern eindämmt. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, entsteht eine sogenannte Thromboinflammation. Dabei verstärken sich Entzündung und Gerinnung gegenseitig, dies führt zu schweren Gewebeschäden. Typische Beispiele hierfür sind schwere COVID-19-Verläufe oder bestimmte Autoimmunerkrankungen, die zu Organschäden führen.
InTraC will genau hier ansetzen: Teams an der LMU und ihren nationalen und internationalen Partnereinrichtungen bündeln ihre Expertise, um das mechanistische Verständnis der gegenseitigen Wechselwirkung zwischen Thrombose und Entzündung voranzutreiben. Sie kombinieren systembiologische Analysen mit Tiermodellen und moderner Bildgebung und entwickeln neue, fortschrittliche Therapien – von kleinen Inhibitor-Molekülen bis zu RNA-, Gen- und Zelltherapien. „Ziel ist eine präzisere Diagnostik und eine gezielte Behandlung thromboinflammatorischer Erkrankungen“, berichtet Professor Konstantin Stark, Co-Sprecher des Verbunds, von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am LMU Klinikum.
Neben der LMU sind als Partner auch das Max-Planck-Institut für Biochemie München, das Helmholtz Zentrum München, die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und die Charité in Berlin beteiligt.