"Eines der in der Öffentlichkeit am meisten diskutierten Forschungsprojekte des Instituts hat gar nicht in München, sondern in Aachen stattgefunden", erinnert Prof. Nowak die anwesenden Gäste in seinem Vortrag. Dabei ging es im Zusammenhang mit dem Dieselskandal um die Wirkungen des Luftschadstoffs Stickstoffdioxid auf den Menschen. "Dass der Versuch im Jahr 2013 in Aachen landete", erklärt Dennis Nowak, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, "sei nur dem Zufall und der eigenen damals überlasteten und überholungsbedürftigen Kammer zu verdanken. Das Konzept war von uns gemacht."
Durch die Klimakammer wurden schon Duftstoffe geleitet, um zu prüfen, ob Probanden nach inhalativer Exposition Hautausschläge entwickeln. Asthmatiker atmen hier auf der Suche nach dem Auslöser ihrer Berufskrankheit Isocyanate ein. Und auch mehrere Drucker ratterten im Beisein von Versuchspersonen, um zu klären, wie diese auf den erzeugten Feinstaub reagieren. Expositionsstudien, Probandenstudien nennt der Fachmann derartige Arbeitsplatz-simulierende Konfrontationen zwischen Mensch und Schadstoff oder Allergenen. "In der Arbeits- und Umweltmedizin sind sie international wichtig und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefordert, aber in Deutschland haben nur sehr wenige Zentren die erforderliche Expertise", sagt Dennis Nowak.
Vom individuellen Risiko, etwa der allergischen Reaktion eines Bäckers auf Mehlstaub, bis zu den Folgen des globalen Klimawandels auf die Menschen und die Arbeitswelt reichen die Forschungsthemen.
Die fünf Arbeitsgruppen des Instituts repräsentieren das breite Spektrum:
- Analytik und Monitoring
- Arbeits- und Umweltepidemiologie & Net Teaching
- Experimentelle Umweltmedizin
- Angewandte Medizin und Psychologie in der Arbeit
- Globale Umweltmedizin