200 Jahre Universitätsmedizin in München
Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident: „Ein besonderer Tag für die Spitzenmedizin in Bayern! Mit dem Jubiläum 200 Jahre LMU Klinikum München feiern wir heute eine einzigartige medizinische Einrichtung. Medizinische Versorgung, Forschung und Innovationen sind für die Menschen von entscheidender Bedeutung. Wir alle wollen möglichst lange und gesund leben. Unsere bayerischen Kliniken leisten dabei großartige Arbeit: Wir haben eine exzellente Regionalversorgung und nationale wie internationale Leuchttürme für medizinische Ausbildung und Forschung. Das LMU Klinikum ist dabei ein fester Baustein unserer Zukunftsstrategie. Wir als Freistaat sind stolz auf diese medizinische Exzellenz und werden weiter in unsere Kliniken investieren. Danke allen Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern, sie alle leisten Großartiges. Herzlich Glückwunsch zum Jubiläum und alles Gute!“
Mit dem Campus Innenstadt, der seit 1826 besteht, und dem 1974 eröffneten Campus Großhadern verfügt das LMU Klinikum über zwei sich ergänzende Standorte. Rund 12.000 Beschäftigte aus über 100 Ländern versorgen jährlich mehr als eine halbe Million Patientinnen und Patienten. Der Jahresumsatz beträgt rund 1,5 Milliarden Euro – das Klinikum ist damit nicht nur eines der führenden Medizinzentren Europas, sondern auch ein bedeutender Wirtschafts- und Arbeitgeberfaktor für München und den Freistaat Bayern. Das belegen nicht nur zahlreiche nationale und internationale Rankings, sondern auch die Beteiligung an der von Beginn an erfolgreichen Exzellenzinitiative der LMU München.
Herausragende Versorgung und wissenschaftliche Exzellenz
Es sei wichtig, dass möglichst viele Menschen erfahren, wie die Medizin der Zukunft aussehen kann, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär in ihrem Video-Grußwort. „In der Gesundheitsforschung lassen sich wahre Schätze heben, zum Beispiel Datenschätze. Stichwort Netzwerk Universitätsmedizin: Was für eine Erfolgsgeschichte. Sie haben von Anfang an kraftvoll daran mitgeschrieben.“ Das LMU Klinikum mache seit 200 Jahren einen Unterschied, als Ort der Zuversicht, als Ort der Zukunft“, hob sie hervor. „Danke, dass sie das LMU Klinikum jeden Tag zu dem machen, was es ist.“
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Herausragende Spitzenmedizin hat in Bayern eine lange Tradition – und einen Namen: Das LMU Klinikum ist die größte und eine der wichtigsten Spitzenmedizin-Einrichtungen im Freistaat. Herausragende Versorgung und wissenschaftliche Exzellenz kommen hier zum Wohle der Patienten in einer einzigartigen Verbindung von Tradition und Innovation zusammen. Der große Antrieb: Helfen und Heilen. Dabei spielt das LMU Klinikum auch international in der Champions League. Es gehört zu den besten Krankenhäusern der Welt. Für die Zukunft gilt: Wir wollen noch besser werden. Die Medizin erfindet sich gerade fundamental neu. Die Möglichkeiten von neuen Technologien bedeuten eine echte Revolution für Diagnose und Therapie. Das LMU Klinikum geht hier beeindruckend voran. Als Freistaat stehen wir zur Spitzenmedizin und zum LMU Klinikum. Auch in Zukunft gilt: In Bayern ist und bleibt man in besten medizinischen Händen!“
Die Festredner beim Jubiläumsempfang: (v.l.n.r.): Prof. Dr. Matthias Tschöp, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität, Prof. Dr. Markus M. Lerch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des LMU Klinikums, Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident und Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.
Forschung, Lehre und Innovation
Die LMU-Medizin deckt nahezu alle Fachbereiche ab – von der Augenheilkunde bis zur Zahnmedizin. Studierende aus aller Welt kommen an die Medizinische Fakultät der LMU; Forschende schätzen die exzellente wissenschaftliche Infrastruktur in München und Umgebung. Im engen Austausch mit Biotech-Unternehmen auf dem Campus Großhadern-Martinsried, der Pharma- und Medizintechnikbranche im Großraum München sowie aufstrebenden Start-ups aus den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ist ein einzigartiges Innovationsökosystem entstanden. Flankiert wird dies durch die Highmed-Agenda des Freistaats Bayern und die M1 Munich Medicine Alliance.
„Seit 200 Jahren steht das LMU Klinikum in München für exzellente Patientenversorgung und für herausragende medizinische Forschung und Ausbildung in der LMU“, sagte Prof. Dr. Matthias Tschöp, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität. „Mit Mut, Interdisziplinarität und dem unbedingten Anspruch auf Weltklasse wollen wir auch künftig gemeinsam neue Wege für Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft eröffnen.“
Modernste Medizin für Patienten
Zu den historischen Meilensteinen zählen die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitspflege, die Entwicklung neuer Operationsverfahren, die Entdeckung der Ursachen der Alzheimer-Demenz sowie die Etablierung der universitären Kinder- und Jugendmedizin. Spätere Pioniere der LMU-Medizin sorgten etwa für Fortschritte bei Dialyse und Nierentransplantation, der Immunsuppression, der Herzchirurgie und Herztransplantation, der Erfindung der Nierensteinzertrümmerung sowie der Erforschung der Hyperthermie zur Behandlung maligner Tumoren.
Berichteten über den Erfolg der Gentherapie bei Leber'scher Kongenitaler Amaurose (v.l.n.r.): Prof. Dr. Markus M. Lerch, Magnus sowie Prof. Siegfried Priglinger und Dr. Maximilian Gerhardt von der Augenklinik des LMU Klinikums.
„Die herausragenden Ergebnisse in der translationalen Forschung führten dazu, dass das LMU Klinikum an allen Deutschen Gesundheitszentren beteiligt ist", sagte Prof. Dr. Markus M. Lerch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des LMU Klinikums. Auch die Genehmigung der Forschungsbauten ICON am Campus Großhadern und CIM am Campus Innenstadt durch den Wissenschaftsrat stünden für eine Strahlkraft, die weit über München hinausreiche. „Den Patienten können wir heute modernste Medizin anbieten – etwa eine Gentherapie, die vor Erblindung schützt", so Lerch weiter. Beim Jahresempfang stellte er dem Publikum einen so behandelten Jungen vor: Der zehnjährige Magnus erzählte wie sich sein Sehvermögen durch die Gentherapie verbessert hat. Seine behandelnden Ärzten Prof. Dr. Siegfried Priglinger und Dr. Maximilian Gerhardt erläuterten wie diese innovative Behandlung bei Leber'scher Kongenitaler Amaurose (LCA) abläuft.
Prof. Markus Lerch sprach mit Dr. Philipp Seifert, Assistenzarzt am LMU Klinikum und Mitbegründer von reSAILience e.V., über das Thema Krebsdiagnose in jungen Jahren und wie Segeltörns von reSAILience Betroffenen wieder neue Kraft schenken können. Philipp Seifert ist mit 25 Jahren an Krebs erkrankt und berichtete, wie er damals mit der Diagnose sowie den Ängsten konfrontiert wurde, die man als junger Mensch durchstehen muss. Ihm persönlich hat Segeln durch diese schwere Zeit geholfen. Dadurch entstand die Idee den Verein reSAILience zu gründen. Dieser ermöglicht heute jungen Menschen wie Yannic (mit 29 an einem Gehirntumor erkrankt) durch das Segeln in der Gemeinschaft Selbstwirksamkeit zu spüren. Durch den Austausch an Bord, die Gemeinschaft und die Selbsterfahrung in der Natur können sie ihre Grenzen neu austesten, Mut schöpfen und mit neuer Kraft in die Zukunft blicken.
Pflege als tragende Säule
Besonders hervorgehoben wurde beim diesjährigen Jahresempfang die Geschichte der Pflege. Bereits ab 1832 gewann sie durch die Übernahme pflegerischer Verantwortung durch die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul an Bedeutung. Zu ihren Aufgaben zählten unter anderem das Verbinden von Wunden, die Verabreichung von Medikamenten und Speisen, die Reinigung medizinischer Instrumente sowie die seelsorgerische Betreuung der Kranken. Zwischen 1836 und 1839 wurde in der Nähe des Allgemeinen Krankenhauses ein Klostergebäude für die Barmherzigen Schwestern errichtet. Architekt war Friedrich von Gärtner, der auch das Hauptgebäude der LMU entworfen hatte. Das St.-Vinzenz-Haus wurde das Mutterhaus des Ordens in Bayern. Heute befinden sich dort unter anderem Räume der LMU Kliniken für Psychiatrie und für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie des Instituts für Allgemeinmedizin und der multifunktionale Friedrich von Gärtner-Saal.
Sprachen über die Pflege früher und heute (v.l.n.r.): Prof. Dr. Markus M. Lerch, Generaloberin Rosa Maria Dick vom Orden der Barmherzigen Schwestern und die Palliativpflegerinnen Sara Loy und Michaela Bayer.
Generaloberin Rosa Maria Dick vom Orden der Barmherzigen Schwestern und die beiden Palliativpflegerinnen, Pflege-Influencerinnen (Instagram-Kanal: @elsa.palliative.care) und Bestseller-Autorinnen vom LMU Klinikum, Michaela Bayer und Sara Loy, erläuterten die vielfältigen Facetten der Pflege anschaulich. Heute gilt die generalistische Pflegeausbildung als Standard: eine dreijährige Fachkraftausbildung, die Theorie und Praxis in verschiedenen Versorgungsbereichen verbindet und mit einer staatlichen Abschlussprüfung abschließt. Weiterführende Studiengänge tragen dem wachsenden Bedarf an hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen Rechnung – denn der medizinische und technologische Fortschritt stellt auch die Pflege vor immer anspruchsvollere Aufgaben.
Ehrung für einen Pionier der Herzmedizin
Beim Jahresempfang wurde Prof. Dr. Bruno Reichart, einer der bekanntesten deutschen Herzchirurgen, mit der Heinz-Goerke-Medaille des Vereins der Freunde, Förderer und Alumni am Klinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität München e.V. ausgezeichnet. Die Laudatio wurde von Prof. Dr. Jens Werner, dem Vorsitzenden des Fördervereins gehalten. Überreicht wurde die Medaille von der 13-jährigen Romina, die als Kind selbst eine Herztransplantation in Großhadern erhalten hat und heute ein weitgehend normales Leben führt – stellvertretend für viele tausend Patientinnen und Patienten, die von Prof. Dr. Reicharts lebenslangem Wirken profitiert haben.
Übergabe der Heinz-Goerke-Medaille (v.l.n.r.): Herzchirurg Prof. Dr. Bruno Reichart, Romina und Prof. Dr. Jens Werner, Vorsitzender des Vereins der Freunde, Förderer und Alumni am Klinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität München e.V..
Festschrift zum Jubiläum
Die vollständige Erfolgsgeschichte des LMU Klinikums ist in einer Festschrift anlässlich des 200-jährigen Jubiläums dokumentiert. Das Buch 200 Jahre LMU Klinikum (1826-2026) kann per E-Mail angefordert werden bei der Ärztlichen Direktion, Prof. Dr. Markus M. Lerch: aerztliche.direktion@med.uni-muenchen.de