News | 12.04.2023
WEITERBILDUNG FÜR BESCHÄFTIGTE IM GESUNDHEITSWESEN

EIN ONLINE-KURS ZUM INFEKTIONSSCHUTZ

Das Center for International Health (CIH) entwickelte das Projekt, es wird u.a. vom ecuadorianischen Gesundheitsministerium landesweit eingesetzt
Auch wenn die Corona-Pandemie offiziell für beendet erklärt ist: Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sind nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit des Gesundheitspersonals. Um diesen Bedarf zu decken, hat das Center for International Health an der Ludwig-Maximilians-Universität München (CIHLMU) während der Corona-Pandemie mit dem ecuadorianischen Gesundheitsministerium zusammengearbeitet und von September bis November 2021 einen „Massive Open Online Course“ (MOOC) zur Infektionsprävention und -kontrolle von akuten Atemwegsinfektionen für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen angeboten. Diese Zusammenarbeit war von entscheidender Bedeutung für die Schulung und Unterstützung von 4.000 Mitarbeitern (Mediziner, Fachkräfte und Techniker, Reinigungs- und Sanitärpersonal sowie Verwaltungspersonal) des Gesundheitswesens in Ecuador, die den Kurs während der COVID-19-Pandemie absolvierten.
Symbolbild: PD Dr. med. Günter Fröschl und Teilnehmerinnen des DTMIH (Diploma in Tropical Medicine and International Health) Kurses (T&TU Tropeninstitut) beim Seminar: Basic Management of Highly Contagious Diseases
„Der Kurs behandelt eine Reihe von Themen, darunter Handhygiene sowie die Hierarchie der Kontrollmaßnahmen wie Risikominderung, technische Kontrollen, administrative Kontrollen und die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung“, erläutert Prof. Dr. Katja Radon, Leiterin der AG Arbeits- und Umweltepidemiologie sowie Net-Teaching an Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin.


Sie konzipierte das Projekt mit ihren Mitarbeitern Dr. Bernarda Espinoza Castro und Fausto Ignatov. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten die Bedeutung jeder Präventionsmaßnahme anhand von neun animierten und interaktiven Einheiten kennen. Diese Einheiten spielten in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, z. B. in der Primärversorgung, in Notaufnahmen von Krankenhäusern, in Krankenhausbereichen, auf Intensivstationen, in Labors usw. Je nach individuellen Arbeitstempo dauert der Online- Kurs zwischen 15 und 20 Stunden, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich ihre Zeit dabei frei einteilen.

„Die Ergebnisse des Kurses sind ermutigend. Viele Teilnehmer berichteten, dass sie ihr Wissen im Infektionsschutz deutlich verbessert haben und sich nach Abschluss des Kurses sicherer in ihrer Fähigkeit fühlten, Infektionen zu verhindern und zu kontrollieren. Darüber hinaus erhielt die Verwendung von interaktiven Videos als Online-Schulungsinstrument die beste Bewertung“, freut sich Prof. Dr. Radon.

Die Zusammenarbeit zwischen CIHLMU und dem ecuadorianischen Gesundheitsministerium ist ein Beweis für die Stärke von Partnerschaften bei der Bewältigung von Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Diese Schulung war in Ecuador besonders wichtig, da der Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Schulungen in bestimmten Gebieten eingeschränkt sein kann. Neben Ecuador wurde der Kurs auch in den anderen Partnerländern des CIHLMU eingesetzt. Er ist auf Englisch und Spanisch verfügbar.

Und wie geht es weiter? „Wir passen die Module gerade an, Infektionskrankheiten gibt es immer“, so Prof. Dr. Katja Radon.


Quelle: Klinikum Aktuell Magazin (02/2023)