Stärkung der globalen Zusammenarbeit gegen antimikrobielle Resistenzen: ASPIRE-Konsortium trifft sich in Äthiopien
Als Gesamtkoordinator des ASPIRE-Konsortiums nahm unser Institut gemeinsam mit internationalen Partnern, Forschenden, Klinikerinnen und Klinikern, politischen Entscheidungsträgern sowie Gesundheitsbehörden aus Äthiopien, Ghana, Deutschland, Norwegen, Indien und weiteren Ländern teil, um die Zusammenarbeit zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR) und gesundheitsassoziierter Infektionen weiter zu stärken und voranzubringen.
Das von der Jimma University ausgerichtete dreitägige Treffen bot eine wichtige Plattform für wissenschaftlichen Austausch, Implementierungsforschung, politischen Dialog, Kapazitätsaufbau und strategische Planung. Die Diskussionen konzentrierten sich auf Infektionsprävention und -kontrolle, Antibiotic Stewardship, therapeutisches Drug Monitoring, mikrobiologische Surveillance sowie evidenzbasierte Ansätze im Gesundheitswesen.
Gesundheitsassoziierte Infektionen und antimikrobielle Resistenzen gehören weiterhin zu den dringendsten globalen Gesundheitsherausforderungen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen Gesundheitssysteme häufig mit Einschränkungen in der Infektionspräventionsinfrastruktur, Diagnostik, personellen Kapazitäten und dem Zugang zu wirksamen antimikrobiellen Therapien konfrontiert sind. Vor diesem Hintergrund verfolgt das ASPIRE-Konsortium das Ziel, Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu stärken, den rationalen Einsatz von Antiinfektiva zu optimieren, die mikrobiologische Surveillance zu verbessern und Implementierungsevidenz zu generieren, die politische Entscheidungsprozesse informiert und die Behandlungsergebnisse von Patientinnen und Patienten in unterschiedlichen Versorgungskontexten verbessert.
Das Jahrestreffen des Konsortiums wurde offiziell von Dr. Jemal Abafita, Präsident der Jimma University, eröffnet, der den Geist der internationalen Zusammenarbeit hervorhob, der im Konsortium zum Ausdruck kommt. In Anlehnung an Jimma als Ursprungsregion des Arabica-Kaffees verband er das kulturelle Erbe der Region mit der gemeinsamen Mission von ASPIRE, durch globale Partnerschaften und wissenschaftliche Zusammenarbeit eine gesündere und sicherere Zukunft zu gestalten. Zudem betonte er die Bedeutung antimikrobieller Resistenzen als eine zentrale globale Gesundheitsbedrohung, die koordinierte wissenschaftliche Maßnahmen erfordert, und würdigte ASPIRE für die Überführung wissenschaftlicher Evidenz in Politik und klinische Praxis.
Die Begrüßungsworte wurden von Prof. Esayas Kebede Gudina, dem wissenschaftlichen Leiter von ASPIRE, sowie Dr. Arne Kroidl, dem Leiter des ASPIRE Konsortiums, gesprochen. Dr. Habtewold Deti, der das Büro des Vizepräsidenten für Forschung und Partnerschaften der Jimma University vertrat, bekräftigte das starke Engagement der Universität für wissenschaftliche Exzellenz, Innovation, internationale Zusammenarbeit und wirkungsvolle Partnerschaften wie ASPIRE.
Besonders hervorzuheben ist die aktive Beteiligung von Gesundheitsbehörden, darunter Vertreter des äthiopischen Gesundheitsministeriums sowie des Gesundheitsbüros der Region Oromia. Dies unterstreicht den ausgeprägten Co-Creation-Ansatz von ASPIRE und das Ziel, Forschungsergebnisse konsequent in Politik und klinische Praxis zu überführen.
Im Verlauf des Treffens überprüften die Konsortialmitglieder die Projektziele, den operativen Fortschritt, die Umsetzungsstrategien sowie die anstehenden Meilensteine, um eine enge Abstimmung zwischen allen Partnern im Zuge der anstehenden Aktivierungsphase der Studie sicherzustellen. Das Konsortium schloss das Treffen mit Meilensteinbewertungen, strategischen Planungssitzungen und Diskussionen zu den zukünftigen Projektperspektiven ab und bekräftigte dabei die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und Implementierungsforschung zur Stärkung von Gesundheitssystemen und zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse.
Neben dem wissenschaftlichen Programm erlebten die Teilnehmenden auch die äthiopische Gastfreundschaft und Kultur, einschließlich traditionell zubereiteten Kaffees („buna“) aus seiner renommierten Ursprungsregion. Am letzten Abend feierten die Teilnehmenden das erfolgreiche Treffen bei einem Gala-Dinner mit Aufführungen des Theater Arts Department der Jimma University sowie einer lokalen Live-Band.
Das Institut für Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München dankt der Jimma University sowie allen Konsortialpartnern, Moderatoren, Forschenden, Gesundheitsbehörden und Organisatoren herzlich für ihren herausragenden Beitrag zu einem äußerst produktiven und inspirierenden Treffen.
Quelle: Informationen basierend auf einer Meldung der Jimma University, Äthiopien