Spezielle Behandlungsmethoden
Lebertransplantation
Informationen für Patientinnen, Patienten, Angehörige und potenzielle Lebendspender:innen
Eine schwere Lebererkrankung bringt das Leben aus dem Gleichgewicht. Viele Betroffene erleben über Monate oder Jahre zunehmende Müdigkeit, Leistungsabfall, Wasseransammlungen im Bauch, Gelbfärbung der Augen oder Konzentrationsstörungen. Oft wird der Alltag immer mühsamer: Arbeit, Familie, Hobbys – vieles, was früher selbstverständlich war, ist plötzlich nur noch eingeschränkt möglich.
Die Aussicht auf eine Lebertransplantation kann in dieser Situation ein wichtiger Hoffnungsschimmer sein. Gleichzeitig ist sie ein großer Schritt, der verständlicherweise Angst macht und viele Fragen auslöst:
- Wie läuft das ab?
- Wie sind die Chancen?
- Wie gefährlich ist das für mich – oder für eine Person, die für mich spenden möchte?
- Wann „bekommt“ man überhaupt ein Organ?
- Was bedeutet das für den Rest meines Lebens?
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen eine ehrliche, umfassende und gut verständliche Orientierung geben. Sie erfahren:
- wann eine Lebertransplantation sinnvoll ist,
- wie die Vorbereitung und Warteliste funktionieren,
- wie die Leberlebendspende als zusätzliche Option eingebunden ist,
- welche Rolle moderne Verfahren wie die Maschinenperfusion spielen,
- wie die Operation und die Zeit danach ablaufen,
- und welche realistischen Erfolgsaussichten bestehen.
Diese Informationen ersetzen kein persönliches Gespräch, sollen aber helfen, sich gut vorbereitet und informierter zu fühlen.
Die Leber ist ein echtes „Multitalent“. Sie:
- entgiftet schädliche Stoffe aus dem Blut,
- produziert wichtige Eiweiße (z. B. für die Blutgerinnung),
- steuert den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel,
- speichert Vitamine und Spurenelemente,
- bildet Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung.
Wenn die Leber über längere Zeit geschädigt ist – etwa durch Alkohol, Virushepatitis, Fettleber, Autoimmunprozesse, Stoffwechselstörungen oder Tumoren –, kann sich eine Leberzirrhose entwickeln. Die Leber verhärtet, vernarbt und verliert zunehmend ihre Funktion.
Mögliche Folgen sind:
- Wasseransammlungen im Bauch (Aszites),
- Krampfadern im Magen und der Speiseröhre mit Blutungsgefahr,
- Gelbsucht (Ikterus),
- Gerinnungsstörungen,
- Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen (hepatische Enzephalopathie),
- Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Gewichtsverlust.
In manchen Situationen (z. B. beim akuten Leberversagen) kann die Leberfunktion auch sehr abrupt versagen – oft lebensbedrohlich innerhalb weniger Tage.
Bei einer Lebertransplantation wird die krankhafte Leber operativ entfernt und durch eine gesunde Spenderleber ersetzt.
Ziele sind:
- die lebenswichtigen Leberfunktionen dauerhaft wiederherzustellen,
- lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern,
- und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Es gibt zwei Hauptformen:
1. Postmortale Lebertransplantation
– das Spenderorgan stammt von einer verstorbenen Organspenderin oder einem Organspender.
2. Leberlebendspende
– eine gesunde Person spendet einen Teil ihrer Leber, der an eine schwer kranke Person transplantiert wird.
Dank der Regenerationsfähigkeit der Leber können sowohl die Restleber der spendenden Person als auch die transplantierte Leber beim Empfänger wieder wachsen.
Dank der Regenerationsfähigkeit der Leber können sowohl die Restleber der spendenden Person als auch die transplantierte Leber beim Empfänger wieder wachsen.
In der überwiegenden Zahl der Fälle erfolgt die Transplantation mit einem postmortalen Organ. Die Leberlebendspende ist eine zusätzliche Möglichkeit, die unter klar definierten Bedingungen geprüft wird.
Eine Transplantation wird dann in Betracht gezogen, wenn:
- die Leberfunktion dauerhaft so stark eingeschränkt ist, dass die Lebenserwartung deutlich verkürzt ist,
- und andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.
Typische Situationen:
- fortgeschrittene Leberzirrhose (verschiedener Ursachen),
- akutes Leberversagen,
- bestimmte Lebertumore (z. B. in klar definierten Kriterien),
- angeborene Leber- und Stoffwechselerkrankungen,
- schwere Autoimmunerkrankungen der Leber.
Ob eine Transplantation sinnvoll ist, wird nie automatisch, sondern immer individualisiert entschieden. Im interdisziplinären Transplantationsboard besprechen sich Expert:innen aus:
- Transplantationschirurgie,
- Hepatologie (Medizinische Klinik II),
- Anästhesie und Intensivmedizin,
- Radiologie
- Psychiatrie/Psychosomatik,
- Bei Bedarf werden weitere Experten anderer Fachbereiche hinzugezogen
Alle verfügbaren Informationen werden gemeinsam bewertet und eine Empfehlung formuliert.
Bevor jemand auf die Warteliste kommt, wird am LMU Klinikum Großhadern eine sehr gründliche Vorbereitung durchgeführt.
5.1 Medizinische Abklärung
Ziele sind:
- die Transplantierbarkeit zu klären: Ist der Eingriff medizinisch sinnvoll und verantwortbar?
- andere Organsysteme zu prüfen (Herz, Lunge, Nieren),
- Risiken zu erkennen und – soweit möglich – zu behandeln oder zu minimieren.
Typische Untersuchungen:
- ausführliche Blut- und Leberwerte, Gerinnung, Stoffwechsel, Infektionen,
- Ultraschall, CT und/oder MRT von Leber und Bauchraum,
- Herzdiagnostik (EKG, Echokardiographie, ggf. Belastungstest),
- Lungenfunktion,
- ggf. Endoskopien (Magen-/Darmspiegelung).
5.2 Psychosoziale Abklärung und Adhärenz
Mindestens genauso wichtig wie die körperliche Eignung ist die Frage, ob jemand in der Lage ist, die langfristigen Anforderungen nach der Transplantation zu erfüllen:
- regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen,
- Medikamente konsequent einnehmen,
- offen mit Beschwerden und Problemen umgehen,
- ggf. bestehende Suchtprobleme konsequent bearbeiten.
Diese Bereitschaft und Fähigkeit nennt man Adhärenz (Therapietreue).
Nach der Transplantation müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden, welche die Abstoßung des Organs verhindern (Immunsuppressiva).
Wenn diese Medikamente nicht regelmäßig eingenommen werden, kann das schwerwiegende Folgen haben:
- Abstoßungsreaktionen,
- Schwer verlaufende Infektionen,
- Verlust des Organs,
- lebensbedrohliche Verläufe.
Darum gehört zu jeder Vorbereitung auch eine psychosoziale Beurteilung, oft mit Einbezug von Angehörigen.
5.3 Sucht und Lebensstil
Bei alkoholbedingter Leberzirrhose oder anderen Suchterkrankungen ist in der Regel eine nachgewiesene Abstinenz über einen bestimmten Zeitraum notwendig (z. B. durch regelmäßige Tests). Zusätzlich wird eine begleitende Therapie empfohlen oder vorausgesetzt (z. B. Gesprächstherapie, Selbsthilfegruppen).
Hier geht es nicht um „Bestrafung“, sondern um Schutz: Eine Transplantation bei nicht stabiler Abstinenz wäre mit einem hohen Risiko verbunden, dass die neue Leber wieder geschädigt wird.
Postmortale Spenderlebern werden über die internationale Organisation Eurotransplant vermittelt. Eurotransplant koordiniert Organe aus mehreren europäischen Ländern.
Wichtiger Punkt:
Organe werden nicht einfach „der Reihe nach“ nach Wartezeit vergeben, sondern vor allem nach:
- medizinischer Dringlichkeit,
- Blutgruppe,
- Körpergröße,
- Organpassung,
- logistischen Faktoren (Transportzeiten, Klinik).
6.1 reMELD Natrium-Score – Abbildung der Dringlichkeit
Bei den meisten Patient:innen wird die Dringlichkeit durch den reMELD Natrium-Score (Model for End-Stage Liver Disease) abgebildet. Er basiert auf den Laborwerten (Natrium, Bilirubin, Kreatinin und INR) und schätzt die Wahrscheinlichkeit ein, innerhalb kurzer Zeit ohne Transplantation zu versterben.
- hoher reMELD-Na-Score → hohe Dringlichkeit → höhere Priorität
- niedriger reMELD-Na-Score → geringere Dringlichkeit → geringere Priorität
6.2 Sonderpunkte (MELD-Exceptions)
Einige Erkrankungen lassen sich nicht ausreichend durch Laborwerte abbilden. Dazu gehören z.B. bestimmte Tumorerkrankungen der Leber oder Erkrankungen der Gallenwege.
In solchen Situationen kann das Transplantationszentrum bei Eurotransplant Sonderpunkte (Ausnahme-MELD) beantragen. Ziel ist es, auch diesen Patient:innen eine rechtzeitige Transplantation zu ermöglichen, obwohl ihre Laborwerte auf den ersten Blick noch „nicht so schlecht“ aussehen.
Die tatsächliche Wartezeit hängt von vielen Faktoren ab (MELD, Sonderpunkte, Blutgruppe, Körpergröße, angebotene Organe) und ist im Einzelfall leider nicht verlässlich planbar.
Die Leberlebendspende ist eine zusätzliche Option, die sorgfältig in das Gesamtkonzept der Transplantationsmedizin eingebettet ist. Sie ersetzt nicht die postmortale Spende, sondern ergänzt sie in ausgewählten Situationen.
7.1 Grundprinzip
Bei der Leberlebendspende spendet ein gesunder Mensch einen Teil seiner Leber. Dieser Teil wird der Empfängerin oder dem Empfänger transplantiert. Die Leber hat die besondere Fähigkeit, sich zu regenerieren:
- die Restleber der spendenden Person wächst wieder nach,
- das transplantierte Leberstück beim Empfänger nimmt an Volumen zu.
In der Regel reicht nach der Regeneration die verbleibende Lebermasse sowohl beim Spender als auch beim Empfänger für eine normale Funktion aus.
7.2 Typische Situationen für Lebendspende
Eine Lebendspende kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn:
- die Wahrscheinlichkeit, rechtzeitig ein geeignetes postmortales Organ über Eurotransplant zu erhalten, gering ist, aber der Patient noch nicht hochdringlich ist.
- eine günstige Konstellation aus Empfänger:in und potenzieller spendender Person besteht (Blutgruppe, Körpergröße, Anatomie).
Bei Kindern ist die Lebendspende seit vielen Jahren eine etablierte Option, weil:
- die benötigten Lebervolumina kleiner sind,
- und der links-laterale Leberlappen des Erwachsenen in vielen Fällen gut geeignet ist.
7.3 Wer kann spenden?
Voraussetzungen für Lebendspender:innen:
- volljährig, körperlich gesund, psychisch stabil,
- passende Blutgruppe,
- enge persönliche Beziehung zur Empfängerin oder zum Empfänger (gesetzliche Vorgabe),
- freiwillige Entscheidung, ohne inneren oder äußeren Druck,
- keine schwerwiegenden Vorerkrankungen (z. B. Herz, Lunge, Stoffwechsel),
- keine unbehandelten psychiatrischen Erkrankungen oder aktiven Suchterkrankungen.
Eine finanzielle Entlohnung ist gesetzlich verboten. Die Entscheidung zur Spende kann jederzeit widerrufen werden, ohne dass dies begründet werden muss.
7.4 Detaillierte medizinische Abklärung der spendenden Person
Die Sicherheit der spendenden Person steht absolut im Vordergrund. Daher ist die medizinische Abklärung besonders gründlich:
- umfangreiche Blutuntersuchungen (Leberwerte, Gerinnung, Nierenfunktion, Stoffwechsel, Infektionen),
- Herzuntersuchungen (EKG, Echokardiographie, ggf. Belastungstest),
- Lungenfunktion,
- Sonografie der Leber,
- CT und/oder MRT zur exakten Darstellung von Lebervolumen, Gefäßen und Gallenwegen,
- Volumenberechnungen: Wie viel Leber bleibt beim Spender zurück? Reicht das für eine sichere Restfunktion? Wie groß ist das Transplantat für den Empfänger?
Auch die empfangende Person wird parallel intensiv abgeklärt.
7.5 Psychosoziale Begutachtung
Unabhängige Expert:innen (Psycholog:innen, Psychiater:innen, Sozialdienst) führen Gespräche mit der spendenden Person (und oft mit der Familie), um zu klären:
- Ist die Entscheidung frei von Zwang, Schuldgefühlen oder massivem familiärem Druck?
- Ist der Spender/die Spenderin emotional stabil und versteht die Tragweite?
- Ist der berufliche, private und finanzielle Rahmen realistisch (Ausfallzeiten, Erholung, Kinderbetreuung etc.)?
Diese Begutachtung dient nicht dazu, jemanden zu „prüfen“, sondern dazu, Menschen vor Überforderung und langfristigen Konflikten zu schützen.
7.6 Operative Techniken der Leberlebendspende
Es gibt unterschiedliche Techniken je nach Empfängergröße:
Bei Kindern:
Meist wird der links-laterale Leberlappen (Segmente II und III) entnommen. Dieser ist relativ klein, anatomisch gut zugänglich und bietet eine sehr gute Balance zwischen Sicherheit für die spendende Person und ausreichend Volumen für das Kind.
Bei Erwachsenen:
In vielen Fällen wird die rechte Leberhälfte transplantiert, weil sie das größte Volumen besitzt. Bei sehr kleinen oder leichten Erwachsenen kann in manchen Fällen die linke Leberhälfte ausreichen.
Der Eingriff beim Spender / bei der Spenderin umfasst:
- Öffnung des Bauchraums (oder – sehr selten und spezialisierten Zentren vorbehalten – laparoskopisch assistierte Verfahren),
- Freilegung der entsprechenden Gefäße und Gallenwege,
- Durchtrennung und Entnahme des definierten Leberteils,
- sorgfältige Blutstillung und Rekonstruktion der Restleber,
- Verschluss der Bauchdecke.
Die Empfänger-Operation ähnelt im Prinzip einer „normalen“ Lebertransplantation, nur dass das Transplantat kleiner ist.
7.7 Risiken für die spendende Person
Trotz aller Sorgfalt und Erfahrung bleibt die Lebendspende eine große Operation. Mögliche Risiken:
- Nachblutungen, Hämatome,
- Infektionen, Wundheilungsstörungen,
- Gallenleckagen oder Engstellen an den Gallenwegen,
- Thrombosen, Embolien,
- Narbenbildung und Narbenschmerzen,
- sehr selten schwerwiegende Komplikationen bis hin zu lebensbedrohlichen Verläufen.
Die langfristige Prognose für sorgfältig ausgewählte Spender:innen ist in der Regel sehr gut. Die allermeisten kehren wieder vollständig in Alltag, Beruf und Freizeit zurück.
7.8 Rechtlicher Rahmen und Eurotransplant-Residency
Die Lebendspende ist in Deutschland streng geregelt:
- ausschließlich freiwillig,
- nicht vergütbar,
- unabhängige Kommissionsentscheidung,
- ausführliche Aufklärung und Dokumentation.
Zudem gilt:
Die Leberlebendspende steht nur Patient:innen mit Wohnsitz im Eurotransplant-Raum zur Verfügung, weil in sehr seltenen Fällen ein Versagen des Transplantats auftreten kann. Dann ist unter Umständen eine rasche Retransplantation mit einem postmortalen Spenderorgan notwendig – der Zugang dazu ist an das Eurotransplant-System gebunden.
Früher wurden Spenderorgane nach Entnahme bis zur Transplantation nur gekühlt und in einer Konservierungslösung transportiert. Heute bietet die Maschinenperfusion zusätzliche Möglichkeiten.
Am LMU Klinikum Großhadern betreiben wir eines der größten Programme im Eurotransplant-Raum mit über 60 Perfusionseinsätzen pro Jahr.
8.1 HOPE – Hypotherme oxygenierte Perfusion
- Die Leber wird bei niedriger Temperatur (kalt) mit sauerstoffreichem Perfusat durchspült.
- Ziel: Schäden durch die Zeit ohne Durchblutung (Ischämie) zu reduzieren, bevor das Organ wieder im Körper durchblutet wird.
8.2 NMP – Normotherme Maschinenperfusion
- Die Leber wird bei Körpertemperatur mit Sauerstoff, Nährstoffen und ggf. Blutbestandteilen perfundiert.
- Die Leber arbeitet quasi „auf dem Gerät“: sie produziert z. B. Galle und zeigt Stoffwechselaktivität.
- Das Team kann so die Funktion des Organs bereits vor der Transplantation beurteilen.
Vorteile der Maschinenperfusion:
- bessere Beurteilbarkeit der Organqualität,
- potenzielle Reduktion von Frühkomplikationen,
- erweiterte Nutzung von Spenderorganen, die früher oft abgelehnt worden wären.
9.1 Vor der Operation
Sobald ein Organangebot akzeptiert wurde, werden Patient:innen einbestellt (manchmal sehr schnell). Nach Aufnahme:
- erneute körperliche Untersuchung,
- aktuelle Blutwerte,
- Überprüfung von Infekten und Begleiterkrankungen,
- Narkosevorgespräch.
9.2 Im Operationssaal
- Einleitung der Narkose durch das Team der Anästhesie,
- Anlage von Zugängen und Überwachungsleitungen (z. B. Arterienkatheter, zentraler Venenkatheter),
- Beginn der Operation durch das Transplantationsteam.
9.3 Phase 1: Entfernung der erkrankten Leber
Die Chirurg:innen:
- öffnen den Bauchraum,
- lösen die erkrankte Leber vorsichtig aus dem umliegenden Gewebe,
- stellen Leberarterie, Pfortader, Lebervenen sowie den Gallengang frei und durchtrennen sie.
In dieser Phase kann es aufgrund von Gerinnungsstörungen und Gefäßveränderungen zu Blutungen kommen, die sorgfältig kontrolliert werden.
9.4 Phase 2: „Anhepatische Phase“
In dieser Phase ist noch keine Leber im Körper vorhanden. Der Körper wird über andere Organe und über die Anästhesie unterstützt, bis die neue Leber angeschlossen ist.
9.5 Phase 3: Implantation der Spenderleber
Nun wird die Spenderleber in den Bauchraum eingebracht und festgenäht:
- Anschluss der großen Lebervenen an das venöse System,
- Anschluss der Pfortader,
- Anschluss der Leberarterie,
- Eröffnung der Gefäße – das Blut beginnt, die neue Leber zu durchströmen.
Oft sieht man schon in dieser Phase, wie die Leber ihre Farbe verändert und beginnt zu arbeiten.
Anschließend wird der Gallenabfluss hergestellt:
- entweder direkte Verbindung von Spender- zu Empfängergallengang,
- oder Anschluss des Gallengangs an eine Dünndarmschlinge (z. B. bei vorgeschädigten Gallenwegen).
9.6 Phase 4: Kontrolle und Abschluss
Zum Schluss:
- sorgfältige Blutstillung,
- Kontrolle der Durchblutung und des Gallenabflusses,
- Einlage von Drainagen,
- schichtweiser Verschluss der Bauchdecke.
Danach erfolgt die Verlegung auf die Intensivstation.
10.1 Intensivstation
Direkt nach der OP:
- enge Überwachung von Kreislauf, Atmung, Leberfunktion, Gerinnung, Nierenfunktion,
- Einstellung der Immunsuppression,
- Behandlung von Schmerzen,
- ggf. Beatmung über einen Zeitraum von Stunden bis Tagen.
10.2 Normalstation (Transplantationsstation H5)
Nach Stabilisierung Verlegung auf die Station H5:
- schrittweise Mobilisation,
- langsamer Kostaufbau,
- Fortführung und Anpassung der Immunsuppression,
- Schulung zu Medikamenten, Infektionsschutz, Warnzeichen,
- Angehörige werden – wenn gewünscht – mit einbezogen.
Die Dauer des stationären Aufenthalts ist individuell unterschiedlich, liegt aber häufig bei mehreren Wochen.
Nach Entlassung erfolgt die weitere Betreuung in der Regel über:
- die Medizinische Klinik II (Hepatologie) am LMU Klinikum Großhadern,
- in Kooperation mit hepatologischen Zentren in Ulm, Erlangen und dem Klinikum Rechts der Isar München (TUM) für wohnortnahe Betreuung.
In der Nachsorge geht es um:
- Kontrolle der Leber- und Organfunktion,
- Anpassung der Immunsuppression,
- Erkennung und Behandlung von Nebenwirkungen,
- Infektionsprophylaxe (z. B. Impfungen),
- ggf. Tumornachsorge.
Mit zunehmender Stabilität werden die Kontrollabstände länger, aber ganz „ohne“ Nachsorge geht es lebenslang nicht.
Große europäische Zentren zeigen:
- 1-Jahres-Überleben nach Lebertransplantation: ca. 85–90 %,
- 5-Jahres-Überleben: ca. 70–75 %.
Viele Patient:innen leben 10 Jahre und länger, manche mehrere Jahrzehnte, mit guter Lebensqualität.
Wesentliche Einflussfaktoren:
- Allgemeinzustand vor der Transplantation,
- Art und Stadium der Grunderkrankung,
- Qualität des Spenderorgans,
- Auftreten oder Vermeidung von Komplikationen (z. B. Infektionen, Gefäß- oder Gallenwegsprobleme),
- konsequente Adhärenz im Langzeitverlauf.
Viele Patient:innen berichten, dass sie nach der Erholungsphase:
- mehr Kraft und Belastbarkeit haben,
- wieder am sozialen Leben teilnehmen können,
- teilweise in den Beruf zurückkehren,
- wieder reisen, Sport treiben oder ihre Familie aktiv versorgen können.
Gleichzeitig bleibt die Transplantation eine chronische Situation – mit der Notwendigkeit einer lebenslangen Medikamenteneinnahme, regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, einem leicht erhöhten Infektionsrisiko und einem erhöhten Tumorrisiko v.a. von der Haut.
Die Überlebensraten nach Lebendspende-Transplantation liegen im ähnlichen Bereich wie nach postmortaler Transplantation:
- ca. 85–90 % nach einem Jahr,
- ca. 70–80 % nach fünf Jahren.
Für Spender:innen ist das langfristige Risiko bei sorgfältiger Auswahl sehr gering – ernsthafte dauerhafte Einschränkungen sind selten.
Eine Lebendspende ist dennoch ein großer Schritt und sollte immer gut überlegt und umfassend beraten werden.
Nicht für alle Erkrankungen ist die Lebertransplantation bereits „Standard“. In ausgewählten Situationen kann sie jedoch im Rahmen klinischer Studien angeboten werden.
14.1 Nicht resektable kolorektale Lebermetastasen
Für Patient:innen mit nicht operativ entfernbaren (nicht resektablen) Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms werden am LMU Klinikum Großhadern u. a. die Studien:
- RAPID-MUC: Zweizeitige Lebertransplantation mit einem Teilorgan aus einer Lebendspende bei ausgewählten Patient:innen mit nicht resektablen kolorektalen Lebermetastasen.
- TRANSMIT: Lebertransplantation mit streng ausgewählten postmortalen Spenderlebern von Personen mit früherer Tumorerkrankung, bei denen ein sehr geringes Übertragungsrisiko besteht.
angeboten.
Ziel dieser Studien ist es zu prüfen, ob eine Lebertransplantation bei sehr sorgfältig ausgewählten Betroffenen eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu bisherigen Therapien darstellen kann.
14.2 Nicht resektable Gallengangsgabeltumoren
Für Patient:innen mit nicht resektablen perihilären Cholangiokarzinomen (Gallengangsgabeltumoren) besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an der:
- PRODUCT 02-Studie
Auch hier geht es darum, die Rolle der Lebertransplantation als potenzielle Therapieoption wissenschaftlich zu untersuchen.
Eine Studienteilnahme ist immer freiwillig, setzt eine ausführliche Aufklärung voraus und wird im interdisziplinären Board im Einzelfall geprüft.
Mit rund 70 Lebertransplantationen pro Jahr gehört das LMU Klinikum Großhadern zu den größten Lebertransplantationszentren in Deutschland und ist eines der größten Programme im Eurotransplant-Bereich.
- hohe Fallzahlen,
- strukturierte Abläufe,
- moderne Organerhaltung,
- enge interdisziplinäre Zusammenarbeit,
- überregionale Kooperation mit den Universitätskliniken Ulm, Erlangen und dem Klinikum Rechts der Isar in München
tragen dazu bei, dass Patient:innen auf hohem Niveau und nach aktuellem Stand der Wissenschaft behandelt werden.
Damit Ihr Anliegen schnell und gezielt bearbeitet werden kann, sind die Zuständigkeiten im Lebertransplantationsprogramm des LMU Klinikums Großhadern klar geregelt:
Medizinische Abklärung der Lebererkrankung
Die internistische und hepatologische Abklärung, also die erste medizinische Beurteilung, ob eine Lebertransplantation grundsätzlich infrage kommt, erfolgt über die:
➡ Medizinische Klinik II (Hepatologie)
📞 Telefon: 089 4400-72394
Dringliche Anfragen bei akutem Leberversagen oder ACLF außerhalb der Regelarbeitszeit über den 1. Dienstarzt der MED 2 über die Telefonzentrale.
📞 Telefon: 089 4400-0
Wartelistenführung & chirurgische Transplantationssprechstunde
Die Anmeldung zur und Führung der Warteliste, die Organisation der chirurgischen Transplantationssprechstunde sowie alle organisatorischen Fragen rund um die Lebertransplantation erfolgen zentral über die:
✉ E-Mail: Leber-WL@med.uni-muenchen.de
Transplantationskoordinatorinnen
- Franziska Macke
📞 Telefon: +49 (0)89 4400-73987
✉ E-Mail: Franziska.Macke@med.uni-muenchen.de
- Susann Mühlsteffen
📞 Telefon: +49 (0)89 4400-73978
✉ E-Mail: Susann.Muehlsteffen@med.uni-muenchen.de
Nachsorge nach Lebertransplantation
Die medizinische Nachsorge nach erfolgter Lebertransplantation erfolgt über das:
➡ Transplantationszentrum des LMU Klinikums Großhadern
📞 Telefon: 089 4400-73988
✉ E-Mail: TxM.Nachsorge-Niere-Leber@med.uni-muenchen.de
Federführende Mitglieder der interdisziplinären Transplantationskonferenz
Transplantationschirurgie
Prof. Dr. med. Markus Guba
Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie
✉ E-Mail: markus.guba@med.uni-muenchen.de
Die persönliche chirurgische Transplantationssprechstunde findet statt:
🕒 Montag, 12:30 – 14:20 Uhr
📍 Transplantationszentrum München (Ebene 0, Würfel HI)
📌 Anmeldung über die Transplantationskoordinatorinnen
Anästhesie & Intensivmedizin
PD Dr. med. Jan Melichar
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
✉ E-Mail: Jan_michael.melichar@med.uni-muenchen.de
Transplantationshepatologie
Medizinische Klinik II
- Univ.-Prof. Dr. med. Christian Lange
- Prof. Dr. med. Gerald Denk
Pädiatrische Hepatologie
PD Dr. med. Eberhard Lurz
✉ E-Mail: Eberhard.Lurz@med.uni-muenchen.de
Psychiatrischer Konsildienst
PD Dr. med. Daniela Eser
✉ E-Mail: Daniela.Eser@med.uni-muenchen.de
📌 Anmeldung über 📞 Telefon: 089 4400-72720 oder 72718
Eine Lebertransplantation – egal ob mit einem postmortalen Organ oder im Rahmen einer Lebendspende – ist ein großer, einschneidender Schritt. Sie verlangt Mut, Vertrauen, Geduld und die Bereitschaft, das eigene Leben medizinisch begleitet zu gestalten.
Gleichzeitig schenkt sie vielen Menschen eine sehr reale Chance auf ein neues Leben, in dem wieder Raum ist für Alltag, Familie, Beruf und persönliche Pläne.
Unser Ziel am LMU Klinikum Großhadern ist es, Sie auf diesem Weg mit fachlicher Kompetenz, transparenter Information und menschlicher Zuwendung zu begleiten – von der ersten Vorstellung über die Transplantation bis in die langfristige Nachsorge.
Nierentransplantation
Obwohl es für das Nierenversagen mit der Dialyse ein gutes Ersatz- bzw. Überbrückungsverfahren gibt, ist das Überleben von transplantierten Patienten deutlich besser. Ganz zu schweigen vom Gewinn an Lebensqualität, die eine Nierentransplantation dem Patienten im Vergleich zur Dialyse bietet.
Die Ergebnisse nach Nierentransplantation sind mit einem 5-Jahresüberleben von idealen Empfängern mit über 90% exzellent. Die mittlere Haltbarkeit einer Spenderniere beträgt 15-20 Jahre.
Gespendete Nieren werden bei der Nierentransplantation an die Beckengefäße angeschlossen und der Harnleiter in die Blase eingenäht.
Aufgrund des Spendermangels sind jedoch die Wartezeit auf eine Niere mit durchschnittlich 8 Jahren extrem lang. Um dem Spendermangel entgegenzutreten, nimmt die Nierenlebendspende einen hohen ca. 40% Anteil an den Gesamttransplantationen ein.
Pankreastransplantation
Bestimmte Patienten profitieren trotz immer besser werdender Insulintherapie von der Transplantation eines Pankreas. Dies betrifft vor allem Patienten mit einem schwer mit Insulin einstellbaren Diabetes und Patienten, die aufgrund des Diabetes ein dialysepflichtiges Nierenversagen entwickelt haben. Letztere werden vorzugsweise kombiniert Nieren-Pankreas transplantiert. Das Pankreas wird üblicherweise auf die rechten Beckengefäße transplantiert und der Pankreassaft über den Dünndarm abgeleitet.
Dünndarmtransplantation
Ausgewählte Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom können von einer Dünndarmtransplantation profitieren. Vor allem dann, wenn Komplikationen, u. a. Probleme mit den venösen Zugangswegen für eine künstliche (parenterale) Ernährung oder ein Leberversagen auftreten. Auch die teilweise katastrophale Lebensqualität kann durch eine Dünndarmtransplantation deutlich verbessert werden. In vielen Fällen kann auch ein meist bestehender künstlicher Darmausgang langfristig zurückverlegt werden. Die Ergebnisse der Dünndarmtransplantation sind mit einem 5-Jahres Überleben von ca. 80 % gut. Aufgrund der hohen Abstossungsbereitschaft des Darms bleibt die Immunsuppression bei diesen Patienten eine Herausforderung.
Der Dünndarm wird an die großen Bauchgefäße angeschlossen und mit dem noch vorhandenen Darm verbunden.
Aktuell werden Spenderorgane unmittelbar vor der Entnahme vom Blutkreislauf abgekoppelt und mit einer speziellen Lösung durchgespült. Im Anschluss werden sie in mit Trockeneis gefüllten Styroporkisten verpackt und – auf diese Weise konserviert – vom Entnahmekrankenhaus schnellstmöglich ins Transplantationszentrum verbracht (Abbildung 1).
Die unphysiologische Lagerung in sehr kalter Umgebung kann jedoch die Qualität der Organe beeinträchtigen.
Extrakorporale Organperfusion
Diesem Problem begegnen wir, indem wir das Organ nach Ankunft in unserem Zentrum in einen mechanisch betriebenen, künstlichen Kreislauf integrieren (Abbildung 2). In diesem Kreislauf werden die Organe mit 8-10°C kalter Perfusionslösung, die mit Nährstoffen und vor allem Sauerstoff angereichert wird, kontinuierlich durchströmt (Hypotherme Oxygenierte MaschinenPErfusion = HOPE). So können eventuell entstandene Schäden vor der Transplantation verringert werden.
Das System bietet uns darüber hinaus auch die Möglichkeit, einen nahezu physiologischen künstlichen Kreislauf bei Körpertemperatur (37°C) zu simulieren, bei dem die Organe mit einer blutähnlichen Perfusionslösung kontinuierlich durchspült werden ( Abbildung 3). Der Vorteil dieser Normothermen Oxygenierten MaschinenPErfusion (= NOPE) liegt in der Möglichkeit, Spenderorgane unter „körperähnlichen“ Bedingungen zu erproben und gegebenenfalls vorzubehandeln. Dadurch kann letztendlich eine Vorhersage über die Güte der Organe getroffen und die Transplantation noch sicherer gemacht werden.
Die ersten Spenderlebern wurden bereits 2018 in unserer Klinik unter Verwendung der HOPE-Technik erfolgreich transplantiert. Mittlerweile ist die HOPE-Technik als Standardverfahren vor der Transplantation etabliert.
Die NOPE-Technik wird derzeit unter Studienbedingungen erprobt und in naher Zukunft Einzug in den klinischen Alltag halten.
Darüber hinaus untersuchen wir aktuell in einem experimentellen Ansatz, ob sich Spenderorgane während dieser Organperfusion immunologisch so reprogrammieren lassen, dass sie von der körpereigenen Abwehr des Empfängers nicht erkannt werden. Dadurch wäre es nach der Transplantation möglich, auf die bisher notwendigen Medikamente zur Immunsuppression zu verzichten.
Haben Sie Fragen zu den beschriebenen Behandlungsmethoden?
Unser Team beantwortet diese gerne!
Dr. med. Dionysios Koliogiannis
„Maßgeschneiderte individuelle Therapien für komplexe Tumorerkrankungen“
Eine Metastase ist als Absiedelung eines bösartigen Tumors in entferntes Gewebe anzusehen. Krebszellen wandern im Blut oder der Lymphe, siedeln sich in anderen Körperteilen an und vermehren sich dort weiter. Dabei können die Metastasen bereits bei der Erstdiagnose des Primärtumors oder im weiteren Krankheitsverlauf auftreten. Im Gegensatz dazu entstehen Rezidive am Ort des ehemaligen Tumors zum Teil unter Einbeziehung benachbarter Organe und stellen daher eine große Herausforderung für die Behandlung dar.
Als akademische Einrichtung mit einem Schwerpunkt in der Behandlung onkologischer Erkrankungen sehen wir es als Herausforderung an, Patienten mit Rezidiven und Metastasen maßgeschneiderte individuelle Therapien anzubieten. Gerade die Behandlung von Metastasen und Rezidiven unterliegt sehr individueller Behandlungskonzepte unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren wie Tumorstadium, Zeit bis zum Auftreten der Metastasen oder des Rezidives, Anzahl der Metastasen etc., die in standardisierten Behandlungspfaden und Leitlinien schwer abbildbar sind.
Für einen großen Teil der Patienten können wir durch chirurgische Maßnahmen zumeist eingebettet in medikamentöse Therapien und/oder radiologische und strahlentherapeutische Verfahren potentiell kurative Optionen anbieten. Hierfür werden alle Patienten mit Metastasen und Rezidiven im interdisziplinären Metastasen- und Rezidivzentrum der LMU besprochen und Therapieoptionen erarbeitet.
Aus chirurgischer Sicht ist eine große Erfahrung in der Durchführung von komplexchirurgischen Eingriffen zur Behandlung von Rezidiven und Metastasen erforderlich, um letztlich alles erdenklich Mögliche zum Wohl der Betroffenen anzubieten. Dies beginnt bereits in der Diagnostik und Interpretation der Befunde. Gerade Patienten mit Rezidiven und Metastasen profitieren durch die Mitbehandlung eines Zentrums. Daher bieten wir Ihnen die Möglichkeit zur Zweitmeinungsanfrage unkompliziert an.
Es ist uns ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass so manche ausweglos erscheinende Konstellation im Rezidiv oder metastasierten Stadium durch eine interdisziplinäre Herangehensweise heilbar sein kann.
Genau wie die technischen und technologischen Voraussetzungen entwickeln sich die operativen Möglichkeiten immer weiter. So werden früher als unheilbar eingestufte Krankheiten heilbar und als inoperabel eingestufte Befunde operabel.
Ein wegweisender Schritt in diese Richtung sind die Neuerungen in der Bildgebung und der Visualisierung. So wurde der Begriff Image-Guided-Surgery etabliert.
Neue Formen der Visualisierung helfen:
- bei der Diskriminierung von zu schonenden Strukturen (z.B. Blutgefäße oder Nachbarorgane)
- bei der Festlegung von Resektionsgrenzen
- bei der Erkennung von zu resezierenden Zielstrukturen
- bei der Überprüfung der Durchblutung (z. B. nach Anastomosen)
Wir bedienen uns eines Fluoreszenzfarbstoffes (ICG) und einer speziellen Kamera, welche die Möglichkeit bietet, die Augmentierung im Echtzeit-Weißlicht-Bild darzustellen.
Die Arbeitsgruppe "Minimal-Invasive Chirurgie / Chirurgische Technologische Innovationen" befasst sich auch wissenschaftlich mit den Themen Augmentierung, Virtuelle Realität und 3D-Rekonstruktion.
Das Bestreben ist es, den Informationsgehalt der Bildwiedergabe zu erhöhen und somit eine verbesserte Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu schaffen.
Haben Sie Fragen zu Image-Guided Surgery, Augmentierung und Fluoreszenzbildgebung? Unser Team beantwortet sie gerne!
Die chirurgische Endoskopie der LMU bietet neben dem Spektrum modernster diagnostischer Spiegelungen auch das komplette Spektrum spezieller endoskopischer Therapien an. So können wir unsere Patienten in jeder Situation bestmöglich behandeln und von der Diagnose bis zur Operation und der Nachsorge eine nahtlose Betreuung durch unsere Klinik anbieten.
Bei Patienten mit schweren Krankheitsverläufen sind wir in der Lage durch konservative endoskopische Verfahren weitere Operationen zu verhindern. Dies gelingt beispielsweise durch die in unserer Abteilung entwickelte Endo-VAC Therapie, welche sich in den letzten Jahren weltweit zu einer Standardbehandlung von Wundheilungsstörungen etabliert hat.
Ein weiterer Vorteil der eigenen Endoskopie besteht in der sehr engen Zusammenarbeit mit unseren Operateuren. Sehr kleine Tumore können wir endoskopisch (z. B. durch Tusche oder Infrarotfarbstoffe) markieren, sodass der Chirurg diese in der Operation sicher identifizieren kann. So ist es möglich, möglichst schonende und minimalinvasive OP-Verfahren anzubieten. Durch das sogenannte Rendezvous-Verfahren, also während der Operation durchgeführte Endoskopien, können wir Tumorgrenzen eindeutig identifizieren und eine minimal-invasive Therapie mit maximaler Sicherheit durchführen.
Unter anderem werden folgende Eingriffe und Therapien von Lunge, Speiseröhre, Magen, Darm und Enddarm in unserer Abteilung behandelt:
- Vorsorgeuntersuchungen
- Anlage von Stents
- Behandlung von Engstellen (Stenosen)
- Nachsorgeuntersuchungen nach Lungentransplantation
- Diagnostik (z. B. Abklärung von Magenschmerzen) und Biopsieentnahme
- Behandlung bzw. Abtragung von Tumoren (Frühkarzinome, Adenome)
- Nachsorgeuntersuchungen
- Therapie von Varizen
- Legen von Ernährungssonden
- Behandlung von Engstellen (Stenosen)
- Anlage von Stents
- Behandlung der Achalasie (Ballondilatation)
- Einlage von Ernährungssonden und PEGs
- Vorsorgeuntersuchungen
- Behandlung bzw. Abtragung von Tumoren und Polypen
- Anlage von Stents
- Behandlung von Engstellen (Stenosen)
- Nachsorgeuntersuchungen
- Überwachung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen
- Untersuchung des Enddarms
- Nachsorgeuntersuchungen
- Fistelsuche
- Darstellung von Abszessen
- Untersuchung der Schließmuskelmuskulatur bei Inkontinenz
Terminvereinbarung
Falls Sie eine Untersuchung bei uns vereinbaren möchten, finden Sie unter dem Link zur endoskopischen Sprechstunde alle Informationen.
Patienteninformation
Sie möchten sich über den Ablauf der Endoskopie und der Vor- und Nachbereitungen informieren? Hier finden Sie alle Informationen.
Technische Fortschritte auf dem Gebiet der Chirurgie und der Anästhesie haben es möglich gemacht, eine Vielzahl von Eingriffen ambulant oder kurzstationär („same day surgery“) durchzuführen.
Im folgenden Video werden Ihnen die Definitionen und Abläufe ambulanter und kurzstationärer Operationen erklärt.
Welche Eingriffe werden von uns als ambulante Operationen angeboten:
- Biopsien: Muskel-, Nerven- (Suralis-), Temporalisbiopsien
- Lymphknotenentnahmen: Hals, Schlüsselbeingrube, Achselhöhle, Leiste
- Anlage venöser Verweilkatheter (z.B. für die Chemotherapie oder Ernährung): Portanlagen, Portrevisionen, Portentfernungen, Hickman- oder Broviac-Katheter
- Brüche (Hernien) s.a. Erkrankungen der Bauchwand: offene Hernienoperation nach Shouldice oder Bassini, offene Hernienoperation nach Lichtenstein, offene Schenkelhernienoperation nach Lotheissen-McVay, Nabelbrüche, Bauchwandbrüche (ohne Netz)
- Abszessausräumungen, Steißbeinfisteln, Analfisteln, Analfissuren, Hämorrhoiden
Folgende Eingriffe führen wir kurzstationär (als same day surgery) durch:
- Entfernung der Gallenblase bei Gallensteinleiden oder Gallenblasenentzündung
- Appendektomie („Blinddarmentfernung“) bei chronischer Blinddarmentzündung
- Endoskopische oder laparoskopische Operation von Leistenbrüchen, auch beidseitig
- Nabel-, Narben- oder sonstige Bauchwandbrüche, die mit Netz versorgt werden müssen
Terminvereinbarung
Falls Sie eine Untersuchung bei uns vereinbaren möchten, finden Sie unter dem Link zu unseren Sprechstunde alle Informationen.
Patienteninformation
Sie möchten sich über den Ablauf ambulanter Eingriffe informieren? Hier finden Sie alle Informationen.