AG Kawasaki-Syndrom

Das Kawasaki-Syndrom (engl. Kawasaki Disease, KD) ist eine akute Vaskulitis unbekannter Ätiologie, die vor allem Kleinkinder betrifft und in den Industrieländern nach wie vor die häufigste Ursache für erworbene Herzerkrankungen im Kindesalter ist. Es wird allgemein angenommen, dass sie durch eine abnormale Immunreaktion auf einen infektiösen Auslöser bei genetisch empfänglichen Personen entsteht, obwohl die ursächliche Pathogenese noch nicht identifiziert wurde. Die Behandlung mit intravenösem Immunglobulin (IVIG) hat die Häufigkeit von Koronararterien-Aneurysmen deutlich verringert und die langfristigen Ergebnisse verbessert. Dennoch bleiben kritische Fragen offen. Die Pathomechanismen, die zu einer Beteiligung der Koronararterien führen, insbesondere bei IVIG-resistenten Patienten, werden nach wie vor schlecht verstanden. Es besteht ein dringender Bedarf an verbesserten Instrumenten zur Risikostratifizierung und an Biomarkern, um das Ansprechen auf die Behandlung und die Langzeitprognose besser vorhersagen zu können. Darüber hinaus ist das langfristige kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit und ohne offenkundige Koronarbeteiligung nach wie vor unvollständig bekannt.

KD-CAR: Kawasaki Disease Coronary Assessment Registry

Kawasaki-Syndrom: Langzeitfolgen verstehen und gezielter behandeln

Das Kawasaki-Syndrom kann zu schwerwiegenden Veränderungen der Koronararterien führen, insbesondere zur Ausbildung von Koronararterienaneurysmen. Aufgrund der niedrigen Prävalenz dieser Erkrankung mangelt es bislang an systematisch erhobenen klinischen Daten. Insbesondere im Hinblick auf Langzeitkomplikationen, die durch koronararterieller Veränderungen hervorgerufen werden können, ist die Datenlage sehr begrenzt.

Die Folge ist, dass zentrale Fragen bezüglich des optimalen langfristigen klinischen Managements dieser Patienten aktuell nur unzureichend beantwortet werden können:

  • Welches diagnostische Verfahren sollte bei welcher Patientengruppen mit welchem Ziel verwendet werden?
  • Welche Therapieoptionen (medikamentös, interventionell, chirurgisch) sind langfristig am effektivsten?

Diese offenen Fragen erschweren eine evidenzbasierte Versorgung und erfordern eine gezielte wissenschaftliche Aufarbeitung. Deshalb haben wir das Europäische Kawasaki Disease – Coronary Assessment Registry (KD-CAR) initiiert.

Ihre Ansprechpartner für KD-CAR

PD Dr. med. André Jakob
Stellvertretender Direktor der Abteilung, Leitung Herzkatheterlabor
Erik Wollenweber
Studentische Hilfskraft für Studienkoordination

Die Arbeitsgruppe hat sich bereits an folgenden klinischen Studien beteiligt:

KD-CAAP: Kawasaki Disease Coronary Artery Aneurysm Prevention trial

KD-CAAP ist eine multizentrische, randomisierte Studie zur Prävention von Herzkomplikationen bei der Kawasaki-Krankheit, bei der Kortikosteroide zusammen mit der Standardbehandlung gegenüber der Standardbehandlung allein eingesetzt werden. Die Studie wird vom University College London gefördert und von der Medical Research Council (MRC) Clinical Trials Unit (KD-CAAP Coordinating Centre) geleitet. Für KD-CAAP werden 262 Teilnehmer aus 13 europäischen Ländern rekrutiert.

Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob Kortikosteroide in Kombination mit einer Standardbehandlung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 30 Tagen bis 15 Jahren mit Kawasaki-Krankheit wirksamer sind als die Standardbehandlung allein.

Ihr Ansprechpartner

PD Dr. med. André Jakob