Projekte
Rückresorption und Recycling vom Inhalationsanästhetikum Sevofluran
Sevofluran ist ein seit vielen Jahren etabliertes Inhalationsanästhetikum, um damit eine Allgemeinanästhesie durchzuführen. Gleichzeitig ist es ein sehr wirksames und langlebiges Treibhausgas, das etwa ein 195-faches Treibhauspotenzial im Vergleich zu CO2 besitzt. Sevofluran muss in seiner Eigenschaft als Gas während seiner Anwendung kontinuierlich mittels eines Verdampfers mit der frischen Atemluft zugeführt werden. Mit der Ausatemluft gelang das Sevofluran in die Umgebungsluft und entfaltete damit seinen treibhaussteigernden Effekt.
Seit 2022 wurden alle Narkosegeräte im Standort Innenstadt und Augustinum, sowie die relevanten Arbeitsplätze am Campus Großhadern mit einem Absorber-System ausgestattet, dass mittels eines Aktivkohlefilters Rückresorption des Sevoflurans aus der Ausatemluft ermöglicht.
Im Jahr 2025 konnten so über 1000 Filter mit einer Gesamtbeladung von etwa 280kg Sevofluran zurück gewonnen und 54,57 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.
Wiederaufladbare Akkus für Periduralkatheter-Pumpen
Jährlich führen wir in der Klinik für Anaesthesiologie knapp 4000 Periduralverfahren durch. So ermöglichen wir unseren Patient*innen eine schmerzfreie Operation, wie auch eine effektive postoperative Schmerztherapie.
Für den Betrieb einer PDA-Schmerzpumpe brauchte es vier reguläre Alkaline-Batterien, die danach verworfen werden mussten. Auf ein Jahr gerechnet ergab dies über 15.000 Einzelbatterien oder etwa 350kg Batteriemüll.
Durch die Verwendung von wiederaufladbaren Lithium-Akkus konnte diese Umweltbelastung nahezu vollständig eliminiert werden. Jeder dieser Akkus vermeidet über seine Nutzungsdauer den Gebrauch von etwa 2000 Einzelbatterien. Obendrein ergibt dies eine erhebliche Kostenersparnis für das Klinikum.
Konsequente Mülltrennung in OP-Bereich & Intensivstation
Der OP-Bereich trägt überproportional, nämlich zu etwa einem Drittel, zum jährlichen Materialverbrauch und Müllentstehung des gesamten Klinikums bei. Die Anästhesiologie als untrennbarer Bestandteil hiervon verursacht etwa 25% des Abfalls im OP-Bereich. Schätzungen zufolge wären bis zu 90% dieses anfallenden Müll recyclebar.
Mit Einführung eines Mülltrenungskonzepts, sowie einer umfangreichen Schulung der Mitarbeitenden in der Klinik für Anaesthesiologie konnte eine dauerhafte Reduktion des Restmülls und eine Erhöhung des Recyclinganteils erzielt werden.