Zielsetzung
Der lange Weg zu einem nachhaltigen Gesundheitswesen
Aktuell ist das weltweite Gesundheitswesen für 4,4% der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und steht damit noch vor dem weltweiten Flug- oder Schiffsverkehr. Anders formuliert, wäre der globale Gesundheitssektor ein Land, wäre es der fünftgrößte Emittent von klimaschädlichen Abgasen im weltweiten Ranking der Länder.
Die heimische Gesundheitsbranche verursacht jährlich 6-7 % der Gesamtemissionen Deutschlands. Innerhalb des Gesundheits-sektors wiederum machen die Medizinprodukte und die damit verbundenen Lieferketten etwa 2/3 der Emissionen und die klinik-eigenen Energieversorgung und Tätigkeiten 1/3 der Emissionen aus. Auf ein einzelnes Krankenhausbett herunter gerechnet ist der Energie- und Wasserverbrauch, sowie die Treibhausgas-Emissionen zwei- bis dreimal so hoch wie der eines durchschnittlichen 2-Personen-Haushalts in Deutschland.
Speziell in den Bereich der Anästhesie fällt die Tatsache, dass Narkosegase rund 35 Prozent aller direkter Emissionen einer Klinik verursachen. Die knapp 2000 Kliniken verursachen jährlich etwa 4,8 Mio. Tonnen Abfall, dies entspricht >1% aller bundesdeutschen Abfallmenge.
Die Rolle der Klinik für Anaesthesiologie im LMU Klinikum
Die anästhesiologische Medizin spielt sich regelhaft im High-Care-Bereich eines Klinikums ab. Dies bedeutet im besonderen Maße einen hohen Ressourceneinsatz in der täglichen Versorgung der uns anvertrauten Patient*innen, sei es im operativen Bereich oder auf einer unserer Intensivstationen. Dies ist schlicht notwendig, um die hohe Versorgungsqualität und Sicherheit im Umgang mit unseren Patient*innen zu ermöglichen.
Dennoch sind auch im Verantwortungsbereich einer anästhesiologischen Klinik viele Potenziale vorhanden, deren konsequente Adressierung und Umsetzung sich das GreenTeam zum Ziel gesetzt hat. So konnten seit ihrer Gründung viele Projekte sowohl in Eigenregie, als auch in Kooperation mit der klinikumsweiten Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit erfolgreich umgesetzt werden.