Schädelbasischirurgie & Meningeome

Krankheitsbilder

Die Behandlung von Erkrankungen der Schädelbasis ist ein Schwerpunkt der Neurochirurgischen Klinik. Dazu gehören insbesondere Meningeome, Vestibularisschwannome (Akustikusneurinome), Epidermoide, Clivuschordome, Tumoren der Orbita (Augenhöhle), Metastasen oder Kraniopharyngeome, Hypophysenadenome. Die Behandlung dieser Tumoren ist aufgrund des Wachstumsmusters und der Lokalisation mit Bezug zu Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark), Gehirn-versorgenden Blutgefäßen oder Hirnnerven besonders anspruchsvoll. Alle Operationen in diesem Bereich werden immer von einem hoch spezialisierten Team mit jahrzehntelanger Erfahrung durchgeführt.

Interdisziplinäre Behandlungskonzepte

Alle Patient*innen mit Tumorerkrankungen in diesem Bereich werden wöchentlich in einem interdisziplinären Schädelbasis-Board mit den Spezialist*innen der Nachbarfächer Neuroradiologie, Neurologie, Onkologie, HNO und Strahlentherapie besprochen, gemeinsame (kombinierte) Therapie-Konzepte entwickelt und empfohlen. Neben einer operativen Therapie werden hier auch die Möglichkeiten einer Bestrahlung oder einer medikamentösen (Chemo-) Therapie mit einer konservativen Haltung (Beobachtung und regelmäßige Kontrolle) abgewogen. Das Schädelbasiszentrum des Klinikums der Universität ist auch im Rahmen des Zentrums für Neuroonkologie (NOKUM) zertifiziert und in das Comprehensive Cancer Center (CCC) München integriert. 

Therapie

Häufig ist aber auch die Kooperation mit den Spezialist*innen der Nachbarfächer (HNO, Strahlentherapie, Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) erforderlich, um funktionell schonendste Therapiekonzepte individuell für jeden Patienten und jede Patientin zu entwickeln oder auch abwartende Strategien (regelmäßige Kontrolle und Bildgebung) abzuwägen. Im Mittelpunkt steht immer die Lebensqualität der Patient*innen. Sollte eine Operation notwendig werden, steht immer ein hierfür spezialisiertes OP-Team zur Verfügung. Die Schädelbasischirurgie ist auch ein technisch hoch komplexes Fach, bei dem Endoskope bzw. Hochleistungs-Mikroskope zum Einsatz kommen, die schonendste Operationen im Submillimeterbereich (mikrochirurgische Technik) erlauben und unter Fluoreszenz die Untersuchung der Gefäße der Schädelbasis noch während der Operation ermöglichen. Die Neurochirurgie der LMU ist weltweit die erste Klinik, die ein double-room-CT (Computer-Tomographie) im Operationssaal eingeführt hat, um die maximal mögliche, schonende Resektion von Tumoren z.B. im Bereich der Orbita durchzuführen. Zusätzlich können wesentliche Funktionen des Gehirns während der Operation zur Sicherheit der Patient*innen sehr genau überwacht werden (intra-operatives Monitoring, IOM). Zur präzisen Lokalisierung eines Tumors werden modernste Ultraschallgeräte und Neuro-Navigationssysteme angewendet. 

Stationäre Behandlung

Sprechstunde

Die Schädelbasis-Sprechstunde wird von den dafür zuständigen Spezialist*innen der Neurochirurgischen Klinik abgehalten. Hier können Patient*innen mit der Erstdiagnose eines Tumors in diesem Bereich über den Befund und die möglichen Therapiekonzepte - auch im Vergleich zu alternativen Verfahren - beraten werden. Weiterhin kann im Rahmen einer Zweitmeinung eine Mitbeurteilung erfolgen. Gegebenenfalls werden die Befunde im Anschluss im Schädelbasis-Board interdisziplinär diskutiert. Zu Ihrem ambulanten Termin bringen Sie bitte sämtliche Vorbefunde und die bisherige Bildgebung mit, insbesondere auch Informationen zu anderen Vorerkrankungen, Medikation o.ä.. Anmeldung über: +49 89 4400-73550. Da uns die persönliche Beratung unserer Patient*innen sehr wichtig ist, bitten wir, von der unaufgeforderten Zusendung von Bildmaterial Abstand zu nehmen.

Sprechstunde

Forschung

Die Schädelbasis-Forschungsgruppe der Neurochirurgischen Klinik hat in zahlreichen wissenschaftlichen Studien die Erfahrungen mit modernsten Behandlungskonzepten, insbesondere kombinierten Verfahren, intraoperativer Bildgebung (z.B. intraoperativem CT) veröffentlicht. Zusammen mit den Spezialisten der Nachbarfächer im Hause bestehen wissenschaftliche Kooperationen auch im nationalen und internationalen Rahmen.

Forschung
Neuroonkologisches Zentrum

Team

Prof. Dr. med. Christian Schichor, MHBA

Stellvertretender Klinikdirektor

Leitender Oberarzt

Priv.-Doz. Dr. med. Jun Thorsteinsdottir, FEBNS

Geschäftsführende Oberärztin

Foto Greve

Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Greve, MBA, FEBNS

Oberarzt

Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
NCA Personenzertifikat Intraoperatives Neurophysiologisches Monitoring
Basis-Zertifikat Deutsche Wirbelsäulengesellschaft
EUROSPINE Basic Diploma