Pädiatrische Infektiologie
Liebe Eltern, liebe Kinder und Jugendliche,
die Abteilung für pädiatrische Infektiologie bietet kranken Kindern Jugendlichen mit Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten eine umfassende interdisziplinäre Betreuung, auf den Stationen der Klinik und in ihren Ambulanzen.
Sie ist Deutschlands älteste Einheit und die einzige noch verbliebene Einheit für klinisch-pädiatrische Infektiologie (mehr Infos dazu auch hier). Im Rahmen eines Antibiotic-Stewardship Programms berät sie Kinderärzte im Blick auf eine rationale Infektionsdiagnostik und Antibiotikatherapie und engagiert sich beim Aufbau telemedizinischer Versorgungsstrukturen (TeleKasper). Eine „Flüchtlings- und Migranten-Ambulanz“ - das im Jahr 2023 neu gegründete Pediatric Migrant & Public Health Center Munich - steht insbesondere für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Auch die Betreuung HIV-infizierter und HIV-exponierter Patienten sowie Tuberkulose-Patienten bildet einen Schwerpunkt unseres Versorgungsspektrums. Des Weiteren gibt es eine spezielle Impfsprechstunde, in der Kinder nach unerwünschten Nebenwirkungen nach Impfungen, sowie Kinder mit komplexen, chronischen Erkrankungen/Immundefekten zu Impfungen beraten werden.
Die Abteilung betreibt ein bakteriologisches Laboratorium für die mikrobiologische Routinediagnostik der Kinderklinik.
Begründet von Prof. Marget ist das bakteriologische Labor der Haunerschen Kinderklinik eines der wenigen diagnostischen Labore, das ausschließlich pädiatrische Materialien bearbeitet. Über die Jahre hat das Labor eine große Anzahl klinischer Isolate gesammelt. Ein Schwerpunkt des Labors ist die mikrobiologische Diagnostik von Patienten mit zystischer Fibrose sowie die Charakterisierung von multiresistenten Erregern.
Ziel des infektiologischen Konsiliardienstes ist eine rationale Antibiotikatherapie im Sinne eines "Antibiotic Stewardship" - das heisst, eine möglichst schmale und möglichst gezielte Antibiotikagabe. Der breite und unkritische Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika ist eine der wichtigsten Gründe für das Auftreten und die weite Verbreitung multiresistenter Erreger.
Der infektiologische Konsiliardienst führt regelmäßige infektiologische Visiten auf allen Stationen der Kinderklinik durch, wobei ein Schwerpunkt die interdisziplinäre Intensivstation und die neonatologischen Intensivstationen sind. Im Rahmen der Visiten werden diagnostische Maßnahmen und das therapeutische Vorgehen aller infektiologischer Patienten besprochen.
Kontakt
Rebecca Kastl-Fleischer, Sekretariat
Mit dem Ziel, den Antibiotikaverbrauch in pädiatrischen Kliniken durch zielgerichteten, rationalen und verantwortungsvollen Einsatz zu reduzieren und damit die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Infektionserkrankungen zu verbessern, liegt ein Schwerpunkt der Abteilung für pädiatrische Infektiologie auf telemedizinischer Betreuung umliegender nicht-universitärer Kinderkliniken.
Im durch den Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Konsortialprojekt TELEKASPER (TELEmedizinisches Kompetenznetzwerk „Antbiotic Stewardship in PEdiatRics“; Projektlaufzeit 2020-2024) wurde unter Münchner Konsortialführung gemeinsam mit den pädiatrisch-infektiologischen Teams der Universitätsklinik Halle (Saale), der Universitätsklinik Essen sowie der Universitätsklinik des Saarlandes (Homburg) eine telemedizinische Infrastruktur etabliert, und insgesamt 33 kooperierende Kliniken durch die pädiatrisch-infektiologischen Expertenteams beraten. Im Rahmen des Projektes entstand ein umfangreiches Nachschlagewerk zu pädiatrisch-infektiologischen Erkrankungen, Antiinfektiva und Erregern, außerdem wurden regelmäßig Fortbildungen zu infektiologischen Themen angeboten (s.u.). Die Projektevaluation wurde durch das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Weitere Informationen finden sich auf der Projekthomepage bzw. auf der Homepage des G-BA.
TeleKasper-Fortbildungen