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Prähabilitation vor Herztransplantation:

LMU Klinikum und Bordeaux starten gemeinsames europäisches Projekt

München, 17.07.2026

Wie können Patientinnen und Patienten bereits vor einer Herztransplantation optimal auf den Eingriff und die anschließende Rekonvaleszenz vorbereitet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das gemeinsame interdisziplinäre Projekt „European Prehabilitation Network for Improved Outcomes on Waitlist and after Heart Transplantation“ des LMU Klinikums und des Universitätsklinikums Bordeaux.

Vom 15. bis 17. Juli 2026 waren die französischen Kolleginnen und Kollegen zu einem gemeinsamen Kick-off-Meeting am LMU Klinikum zu Gast. Im Mittelpunkt standen der Austausch über die jeweiligen Strukturen der Herztransplantationsversorgung, die konkrete Ausgestaltung des Prähabilitationsprogramms und die Planung der nächsten wissenschaftlichen Schritte.

Das am LMU Klinikum geplante Programm setzt auf einen interdisziplinären Ansatz mit drei zentralen Säulen: Sportkardiologie, Ernährungsmedizin und Psychosomatik. Patientinnen und Patienten auf der Herztransplantations-Warteliste sollen dadurch bereits vor der Transplantation gezielt körperlich, ernährungsmedizinisch und psychosozial unterstützt werden. Ziel ist es, die individuelle Belastbarkeit und Vorbereitung auf die Transplantation zu verbessern und langfristig auch die Behandlung nach der Transplantation positiv zu beeinflussen.

Getragen wird das Projekt von Dr. Christine-Elena Kamla (Herzchirurgie/Bereich Herztransplantation und mechanische Kreislaufunterstützung), Prof. Dr. Stefan Brunner (Medizinische Klinik I/Sportkardiologie), PD Dr. Madeleine Orban (Medizinische Klinik I/ Herzinsuffizienzambulanz). Ergänzt wird das interdisziplinäre Team durch Kolleginnen und Kollegen aus dem Zentrum für Diätetik und Ernährungsmedizin, sowie der Abteilung für Internistische Psychosomatik. Beim Kick-off wurden die jeweiligen Kompetenzen und Ansprechpartner vorgestellt und gemeinsame Ziele für die weitere Entwicklung des Programms definiert.

Auch die Herzchirurgische Intensivstation unter der chirurgischen Leitung von PD Dr. Dominik Joskowiak ist in das Projekt eingebunden. Perspektivisch soll das Prähabilitationskonzept auch im intensivmedizinischen Bereich weiterentwickelt und etabliert werden. Damit soll der Gedanke der Prähabilitation über die Wartezeit hinaus weitergeführt und auch für die perioperative und intensivmedizinische Versorgung nutzbar gemacht werden. Die Beteiligung der Intensivstation ist im Projektteam bereits vorgesehen.

Die Kooperation zwischen dem LMU Klinikum und dem Universitätsklinikum Bordeaux wird von der LMU im Rahmen des LMU-Bordeaux Research Cooperation Program 2026 gefördert. Das Projekt wurde durch das Steering Committee für eine Förderung aus der Excellence Strategy ausgewählt; für den Förderzeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026 stehen bis zu 7.500 Euro zur Verfügung.

Mit dem Projekt möchte das LMU Klinikum eine Pionierrolle bei der strukturierten Prähabilitation von Patientinnen und Patienten vor Herztransplantation einnehmen. Das entwickelte Konzept soll perspektivisch auch an weiteren deutschen Transplantationszentren etabliert werden. Gleichzeitig soll aus der Kooperation mit Bordeaux ein europäisches Netzwerk entstehen, das die wissenschaftliche Evaluation und Weiterentwicklung der Prähabilitation ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die geplante prospektive Studie, in der die Prähabilitation mit der bisherigen Standardversorgung verglichen werden soll. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, den Nutzen der Prähabilitation wissenschaftlich zu untersuchen und langfristig in die klinische Routine zu überführen.