Fazialisreanimation

Muskeltransfer, Nervrekonstruktion, Schutz des Auges

Ist der Gesichtsnerv gelähmt (Fazialisparese), bietet die HNO-Klinik des LMU Klinikums München die Fazialisreanimation an. Ziel dieser Eingriffe ist es, die Bewegung des Gesichts wiederherzustellen. Zu den Verfahren gehören der Temporalismuskeltransfer zur dynamischen Reanimation, bei dem ein Teil des Schläfenmuskels verlagert wird, die direkte Rekonstruktion des Nervs nach Tumoroperationen und statische Verfahren zum Schutz des Auges.

Ursachen

Eine Gesichtsnervenlähmung kann nach Tumoroperationen an Ohrspeicheldrüse oder Felsenbein (dem Teil des Schläfenbeins, der Mittel- und Innenohr umschließt), nach Verletzungen, Entzündungen oder ohne erkennbare Ursache auftreten. Bildet sich die Lähmung nicht zurück, bleiben Mundwinkel und Lid gelähmt und das Auge ist gefährdet, weil es sich nicht mehr vollständig schließen lässt.

Verfahren

Muss der Gesichtsnerv bei einer Tumoroperation entfernt werden oder ist er durch eine Verletzung durchtrennt, wird er an der HNO-Klinik des LMU Klinikums nach Möglichkeit direkt oder mit einem Nerventransplantat rekonstruiert, bei Tumoroperationen oft im selben Eingriff. Bei dauerhafter Lähmung zielt der Temporalismuskeltransfer auf eine aktive Bewegung des Mundwinkels: Ein Teil des Schläfenmuskels wird so verlagert, dass ein Lächeln wieder möglich werden kann. Zum Schutz des Auges dienen Lidkorrekturen und die Lidbeschwerung, bei der ein kleines Gewicht wie eine Platinkette ins Oberlid eingesetzt wird. Zu diesem Verfahren liegt eine Veröffentlichung aus der Klinik vor.

Eingriffe zur Gesichtsreanimation pro Jahr

 Häufige Fragen

Wie lange nach einer Gesichtsnervenlähmung eine Operation in Frage kommt, hängt vom Verfahren ab: Der Muskeltransfer ist auch nach Jahren möglich, die Rekonstruktion des Nervs hat ein engeres Zeitfenster. In der Sprechstunde der HNO-Klinik des LMU Klinikums wird geprüft, welches Verfahren sinnvoll ist.

Ziel der Gesichtsreanimation ist ein symmetrisches Gesicht in Ruhe und ein aktives Lächeln; die volle Mimik kommt nicht zurück. Was im Einzelfall erreichbar ist, besprechen die Ärztinnen und Ärzte der HNO-Klinik des LMU Klinikums vor dem Eingriff.

Ihre Ansprechpartner
 Porträt Prof. Dr. med. John Martin Hempel, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der HNO-Klinik am LMU Klinikum
Prof. Dr. med. John-Martin Hempel  
 Leitender Oberarzt, Stellvertretender Klinikdirektor
PD Dr. med. Florian Schrötzlmair 
 Oberarzt

Termine und  Kontakte

Fazialis-Sprechstunde

Campus Innenstadt, Freitag 8:00 bis 14:30 Uhr (Prof. Hempel)

Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641

Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026