Kompass
LONDI Teilprojekte F1 und F2: Bedürfnisorientierte Förderung von Kindern mit umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
Gefördert vom BMBF
Deutsch:
English:
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Projekt F1: Interventionseffekte bei Kindern mit Lernstörungen und komorbiden Verhaltensauffälligkeiten und / oder emotionalen Problemen
Projekt F2: Interventionseffekte bei Kindern mit kombinierten Lernstörungen
Das F2-Projekt stellt eine multizentrische Studie an den beiden Standorten München (LMU Klinikum) und Dortmund (TU Dortmund) dar. Die Studie wurde im Vorfeld präregistriert (AsPredicted.org #13896).
An beiden Standorten wurden zunächst Kinder am Anfang der 3. Klassenstufe (N = 4548) in den Schulen hinsichtlich ihrer Lese-, Rechtschreib- und mathematischen Fähigkeiten untersucht. Auf Basis der Ergebnisse im Schulscreening wurden dann Kinder mit isolierter Lesestörung, isolierter Rechenstörung, kombinierter Lese-Rechenstörung und Kinder ohne schulische Auffälligkeiten (Kontrollgruppe) zur Teilnahme an der Hauptstudie eingeladen. Im Anschluss an die Prätestungen erhielten die Kinder den Zugang zu den app-basierten Trainings, die sie Zuhause ca. 14 Wochen lang (40 Trainingseinheiten) spielen sollten. Die Kinder mit einer isolierten Rechenproblemen erhielten die Mathe-Trainings-App "Meister Cody Talasia", Kinder mit isolierter Leseproblemen die Lese-App "Meister Cody Namagi". Der komorbiden Gruppe (Lese- und Rechenprobleme) wurde randomisiert eine der beiden Förder-Apps oder ein unspezifisches Kontroll-Training („Knobel-Apps“) zugeordnet, das weder Lese- noch Rechenleistung erfordert. Nach der Trainingsphase wurden die Kinder zur Post-Testung und ca. weitere 3 Monate später zur Follow-Up-Testung eingeladen.
Ergebnisse F2-Projekt:
Die vorläufigen ersten Ergebnisse zeigen, dass die app-basierten Trainings (Lesetraining, Mathetraining) auch in der komorbiden Gruppe wirksam sind. Fördereffekte des Lesetrainings wurden für Aufgaben zur phonologischen Bewusstheit (Lautauslassung), für die Leseflüssigkeit bei trainiertem Wortmaterial, und für das Leseverstehen gefunden. Fördereffekte des Mathetrainings zeigten sich bei Zahlenstrahlaufgaben und bei der Rechenflüssigkeit (Addition).
Weiterhin konnten wir zeigen, dass Kinder mit komorbiden Lernstörungen nicht weniger von den Fördermaßnahmen profitieren als Kinder mit isolierten Lernstörungen. Einzige Ausnahme waren Transkodieraufgaben, in denen Kinder mit komorbiden Lernstörungen geringere Fördereffekte zeigten als Kinder mit isolierter Rechenstörung. Demnach profitieren Kinder mit komorbiden Lernstörungen in gleichem Maße von den Interventionen wie Kinder mit isolierten Lernstörungen. Weitere Detailanalysen stehen allerdings noch aus, um u.a. folgende Fragen zu beantworten:
Gibt es Transfereffekte vom Lesetraining auf die Rechenleistung und umgekehrt?
Wie unterscheiden sich Kinder mit guten Fördereffekten (Responder) von Kindern, die kaum oder gar nicht auf die Förderung reagieren (Non-Responder)?
English:
Project F1: Intervention effects in children with learning disorders and co-occurring behavioural and emotional problems
Project F2: Intervention effects in children with combined learning disorders
The F2-project is a multicentric study at the two locations Dortmund (TU Dortmund) and Munich (LMU Klinikum). The project was pre-registered in advance (AsPredicted.org #13896).
At the beginning of third grade, children were screened (N=4548) at both sites (Dortmund and Munich) in order to identify children with isolated reading disorder (RD), isolated math disorder (MD), comorbid reading and math disorder (RMD), and a control group with age-appropriate reading and maths skills.
Following the pretests, children were given access to the app-based trainings that they were supposed to play at home on a tablet for around 14 weeks (40 training units). The children with MD received the basic math training-app "Meister Cody Talasia" and the children with RD received the basic reading training-app "Meister Cody Namagi". The comorbid group (RMD) was randomly assigned to one of the two training-apps or to an unspecific control training, which did not include any reading or maths skills. After the training phase, the children were invited to a post-test and another 3 months later to a follow-up test.
Results F2-project:
The preliminary results show that the training-apps (reading training, math training) are also effective for children with comorbid learning disorders (RMD). Intervention effects of the reading training were found for phonological awareness (phoneme deletion), for reading fluency of trained words, and for reading comprehension. Intervention effects of the math training were found for number line tasks and for arithmetic fluency (addition). Furthermore, we were able to show that children with comorbid learning disorders (RMD) benefit similarly from the training as children with isolated learning disorders (RD or MD). Only exception was the performance on transcoding tasks, where RMD children benefit less from the intervention compared to children with MD. Thus, children with comorbid learning disorders benefit from the same interventions as children with RD or MD.
Further analyses are planed, to answer the following research questions:
Are there transfer effects from reading training to maths skills and vice versa?
What differences can be found between children who show good training effects (responder) compared to children who do not benefit from the training (non-responder)?