Umgang mit Wünschen nach Suizidassistenz in der stationären Altenhilfe
Schulung Umgang mit Wünschen nach Suizidassistenz in der stationären Altenhilfe
Im Rahmen des Projekts werden praxisnahe Schulungsangebote zum Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz in Einrichtungen der stationären Altenhilfe entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Das an der Christophorus Akademie angesiedelte Projekt richtet sich an Mitarbeitende im direkten Kontakt mit Bewohner:innen, an Leitungspersonen sowie an Mitarbeitende mit Schulungs- und Beratungsaufgaben.
Hintergrund
Einrichtungen der stationären Altenhilfe sind für viele Menschen ihr letztes Zuhause. Todeswünsche und Anfragen nach Suizidassistenz können Mitarbeitende vor kommunikative, ethische und organisatorische Herausforderungen stellen. Häufig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen, der eigenen Rolle und geeigneter Unterstützungsmöglichkeiten. Unterschiedliche persönliche, kulturelle und religiöse Hintergründe können den Umgang mit diesen Fragen zusätzlich prägen.
Eine offene und respektvolle Kommunikation ermöglicht es, die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner besser zu verstehen und passende Unterstützungsangebote aufzuzeigen. Dafür benötigen Mitarbeitende Wissen, Gesprächskompetenzen und Raum zur Reflexion eigener Erfahrungen und Haltungen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Projekts ist es, die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden im Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz zu stärken und die gemeinsame Auseinandersetzung innerhalb der Einrichtungen zu fördern. Hierfür soll ein bestehendes Schulungscurriculum aus der spezialisierten Palliativversorgung zum Umgang mit Todeswünschen gezielt an die Bedingungen der stationären Altenhilfe angepasst werden.
Dazu werden zunächst die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von Mitarbeitenden und Leitungspersonen in Fokusgruppen und Interviews erhoben. Darauf aufbauend entstehen Schulungsmodule für unterschiedliche Zielgruppen.
Die Schulungen werden in ausgewählten bayerischen Einrichtungen unterschiedlicher Trägerschaft und aus städtischen sowie ländlichen Regionen erprobt. Fragebogenerhebungen und qualitative Interviews untersuchen ihren Nutzen sowie möglichen Anpassungsbedarf.
Perspektivisch sollen die Schulungsangebote durch ein Train-the-Trainer-Konzept und die Einbindung bayerischer Hospiz- und Palliativakademien dauerhaft verfügbar gemacht werden.
Förderung und Laufzeit
Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert. Die Laufzeit beträgt 24 Monate (10/2026 – 09/2028).
• Universitätsklinikum Würzburg, Neuropsychologie, Gerontologie und Psychoonkologie
• Christophorus Hospiz Verein München
• Bayerische Hospiz- und Palliativakademien