IPOS-App Implementierung
Modellprojekt IPOS-App: Digitale patientenberichtete Erfassung von Symptomen und Problemen für Patient:innen der stationären Palliativversorgung in Bayern
Hintergrund
Vor dem Hintergrund eines stetig steigenden Bedarfs an palliativmedizinischer Versorgung ist eine präzise, an den individuellen Bedürfnissen der Patient:innen ausgerichtete Versorgungsplanung unter effizienter Nutzung bestehender Ressourcen unerlässlich. Das Patient-Reported Outcome Measurement (PROM) gilt hierbei als Goldstandard, da es die systematische Erfassung von Symptombelastungen und psychosozialen Problemen direkt aus der Perspektive der Betroffenen ermöglicht. Ein international etabliertes Instrument hierfür ist die Integrated Palliative care Outcome Scale (IPOS), die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen abdeckt. Trotz der nachgewiesenen Potenziale digitaler Dokumentationsmethoden (ePROM) zur Unterstützung der Versorgungsabläufe fehlt es in der stationären Palliativversorgung bislang an interoperablen Lösungen, die eine nahtlose Übermittlung der Patient:innendaten in klinische Informationssysteme erlauben.
Ziele und Vorgehen
Das primäre Ziel dieses Modellprojekts ist die Unterstützung der Lebensqualität in der stationären Palliativversorgung durch die Implementierung einer systematischen digitalen Selbstauskunft mittels der IPOS-App, die in 5 Sprachen verfügbar ist. Das Vorhaben umfasst die technische Anbindung der am LMU Klinikum entwickelten, nicht-kommerziellen App an verschiedene klinische Dokumentationssysteme, um eine direkte Datenweitergabe in die digitale Patientenakte zu gewährleisten und den Informationsaustausch im bayerischen Gesundheitswesen zu fördern. In einem mehrstufigen Prozess werden zunächst bestehende IT-Strukturen erhoben (TP1), technische Schnittstellen realisiert (TP2) und eine theoriebasierte Implementierungsstrategie entwickelt (TP3). Anschließend erfolgt die modellhafte Einführung auf 8 bis 12 bayerischen Palliativstationen sowie eine Machbarkeitstestung in Palliativdiensten (TP4 & TP5). Durch eine begleitende Evaluation auf Basis der Implementierungsforschung (TP6) werden Erkenntnisse zur Akzeptanz und zum Nutzen für die Kommunikationsprozesse gewonnen, die als Grundlage für eine geplante bayernweite Ausrollung digitaler Ergebnisdokumentation in der Palliativversorgung dienen.
Weitere Informationen
Das Projekt wird von dem Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Laufzeit April 2026 - März 2029
Projektleitung, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen
Studentische Hilfskraft