Entwicklungsneurologie – Sprechstunden

Autismus-Spektrum-Störungen sind durch Auffälligkeiten in der wechselseitigen sozialen Interaktion, in der Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensmuster charakterisiert. Sie treten zumeist mit Verzögerungen in der kognitiven und sprachlichen Entwicklung auf, können jedoch auch ohne diese vorkommen. Eine Diagnosestellung kann bereits im Kleinkindalter erfolgen.

Im Fachbereich Entwicklungsneurologie werden Kinder mit Entwicklungsrisiken oder Entwicklungsauffälligkeiten im Bereich Motorik, Sprachentwicklung oder Spielverhalten betreut. Die Betreuung erfolgt gemeinsam im Team. Je nach Bedarf werden nach der ärztlichen Untersuchung weitere Berufsgruppen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sprachheilpädagogik, Psychologie oder Sozialpädagogik mit einbezogen.

Da viele unserer Patienten sehr komplexe Probleme aufweisen, besteht eine intensive Kooperation mit anderen Fachrichtungen, z.B. mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, verschiedenen Spezialambulanzen der Kinderklinik sowie der Genetik.

Früh- und Risikoneugeborene benötigen nach ihrem herausfordernden Start ins Leben eine besonders sorgsame Begleitung. Viele Ereignisse vor und nach der Geburt können die weitere Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen. Da ist es wichtig, gerade die Entwicklungsschritte der ersten Lebensmonate und -jahre aufmerksam mitzuverfolgen: das körperliche Wachstum und die Ernährung, die Reifung der Atemfunktion und der Lunge, die motorische, kognitive und emotionale Entwicklung.

  • Medizinische Entwicklungsbegleitung zur frühzeitigen Erkennung von möglichen Auffälligkeiten
  • Stärkung der elterlichen Kompetenz durch Beratung und Anleitung zur Entwicklungsförderung
  • Förderung der Eltern-Kind-Bindung
  • Entwicklung eines individuellen Förderkonzeptes
  • Vernetzung mit den sozialmedizinischen Nachsorgeeinrichtungen (HaNa, Harl.e.kin), der kinderärztlichen Praxis, den ambulanten Therapeuten, den Frühförderstellen und Hochschulambulanzen sowie den Kindertageseinrichtungen

Sprechstunde für Kinder mit Ess- und Fütterstörungen.

Das Rett-Syndrom ist eine seltene neurogenetische Erkrankung, die vorwiegend bei Mädchen vorkommt. Es kommt zu einer schweren Entwicklungsstörung mit Verlust von bereits erworbenen Fähigkeiten (Sprache, Handfunktion). Viele Patientinnen entwickeln eine Epilepsie, eine zentrale Bewegungsstörung, Atemauffälligkeiten und typische Hand-Mund-Stereotypien. Vor allem in der Phase der Regression treten Unruhephasen und Schlafstörungen auf.

Wir bieten im Rahmen dieser Spezialsprechstunde eine multidisziplinäre Behandlung, die alle Belange der betroffenen Patientinnen und ihrer Familien abdecken soll.

Rett-Patientinnen von 0-18 Jahren sind bei uns willkommen. Wir möchten im Rahmen der Diagnosestellung und im weiteren Verlauf beraten, begleiten und je nach Verlauf alle diagnostischen Verfahren und Therapiemöglichkeiten anbieten.

Dazu gehört auch der Zugang zu neuen medikamentösen Optionen, z.B. der Beginn einer Behandlung mit Trofinetide (Daybue®) im Rahmen des laufenden Härtefallprogramms nach individueller Prüfung der Voraussetzungen und ärztlicher Aufklärung.

Wir begleiten Sie und Ihr Kind im Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK). Gemeinsam entwickeln wir Wege, damit Ihr Kind seine Bedürfnisse und Wünsche ausdrücken und aktiv am Alltag teilhaben kann. Grundlage ist eine differenzierte UK-Diagnostik, auf deren Basis wir geeignete Kommunikationshilfen -von Symbolkarten und Kommunikationstasten bis hin zu Geräten mit Augensteuerung -auswählen, erproben und Ihnen Strategien zeigen, wie sie UK im Alltag verwenden können.

Unterstützte Kommunikation ist für Mädchen mit Rett-Syndrom nicht nur zum Ausdruck ihrer Bedürfnisse, Wünsche und Beobachtungen elementar. Sie stellt auch den Schlüssel zur Teilhabe an Bildung dar. Deshalb entwickeln wir auf der Basis des LitRett-Ansatzes individuelle Herangehensweisen, um die Mädchen an das Lesen und Schreiben heranzuführen. Schrift kann dann neue Möglichkeiten, zu lernen, mitzumachen und sich mitzuteilen eröffnen.